Die EWE Baskets Oldenburg bleiben das Team der Stunde in der easyCredit BBL. Zum Auftakt der Rückrunde bewies die Mannschaft von Headcoach Lazar Spasic Moral, siegte nach 18 Punkten Rückstand noch mit 90:84 beim SYNTAINICS MBC und feierte den siebten Sieg aus den letzten acht Partien. Alle Spiele der easyCredit BBL seht ihr live bei Dyn.
Der Auftritt in Weißenfels wirkte zunächst wie eine Kopie der Niederlage in Heidelberg. Die Gastgeber agierten angesichts eines Trainerwechsels in der Woche unter dem neuen Coach Silvano Poropat wie ausgewechselt und mit hoher Energie, die Oldenburger konnten erst nach 15 Minuten ihre Lethargie ablegen und mussten im weiteren Spielverlauf einen enormen Rückstand kompensieren.
Dies gelang, weil die EWE Baskets in der zweiten Halbzeit den Ball besser bewegten (16 Assists), sich insgesamt nur acht Ballverluste erlaubten und den Distanzwurf herausragend verwandelten. 16 von 31 Versuchen (52 Prozent) fanden das Ziel.
Verlassen konnten die Oldenburger sich auch auf den in der vergangenen Woche zum „Most Clutch Player“ der BBL gewählten Chris Clemons. Der Spielmacher erzielte die letzten acht Punkte der EWE Baskets in den finalen 121 Sekunden, 14 Punkte im Schlussviertel und wurde mit 28 Punkten zum Topscorer der Begegnung. Kyle Lofton (14 Punkte, 4 Assists) zeigte ein bemerkenswertes Comeback. Dazu punkteten Brian Fobbs (13 Punkte, 6 Rebounds, 3 Assists) und Michale Kyser (11 Punkte, 6 Rebounds) zweistellig. Nicht zum Einsatz kam hingegen James Woodard, der bereits in den Partien zuvor angeschlagen war und nun eine Pause erhielt.
Beim Blick auf das erste Viertel in Weißenfels musste unweigerlich der Gedanke an die Niederlage in Heidelberg kommen. Die Gastgeber verwandelten zunächst schwere Würfe, zogen daraus Energie und führten schnell zweistellig. Die EWE Baskets setzten über Clemons und Lofton erste Akzente (15:22), der MBC jedoch beendete das Viertel mit Dreiern von Reaves und Welp hervorragend (15:28).
Der Start in das zweite Viertel gelang zunächst: Ein Dreipunktspiel von Hinrichs, ein Dreier von Fobbs, der Rückstand war in den einstelligen Bereich gedrückt. Es folgten jedoch Unkonzentriertheiten, zu schleppende Ballbewegung und Fehler, die dem MBC Tempo im Spiel ermöglichten und den Rückstand bis auf 28:46 anwachsen ließen. Immerhin kämpften die Gäste, verkürzten auf 12 Punkte und setzten damit ein Zeichen für die zweite Halbzeit.
Dort wandelte sich das Bild tatsächlich: Der Ball wurde besser bewegt und aus der guten Ballbewegung entstanden Treffer aus der Distanz. Clemons bediente Tischler, nach gleich zwei erkämpften Offensivrebounds traf Fobbs ebenfalls von der Dreierlinie und die EWE Baskets waren im Spiel (44:50). Die Gastgeber wehrten sich, das Team von Lazar Spasic jedoch hatte Rhythmus und den Kampfgeist im Rebounding. Sieben Dreier verwandelten die Gäste im dritten Viertel oder waren am offensiven Brett zur Stelle. Ausdruck des veränderten Spiels war auch Michale Kyser, der defensiv einen Ball per Block spektakulär vom Spielfeld pfefferte und offensiv aus der Distanz verwandelte. Nach 30 Minuten war der Rückstand auf einen Punkt geschmolzen.
Spürbar war nun, dass die Partie auf des Messers Schneide stand. Nachdem Fobbs zur 68:66-Führung getroffen hatte, verpassten beide Seiten über mehrere Angriffssequenzen sich zu belohnen und das Spiel an sich zu reißen. Auch als Clemons zu übernehmen begann, gab der MBC sich nicht geschlagen, auf die herausragenden letzten zwei Minuten hatten die Gastgeber jedoch keine Antwort.