Ein hartes Stück Arbeit hat den EWE Baskets Oldenburg in der easyCredit Basketball Bundesliga neue Hoffnung im Rennen um einen Platz in der Postseason verschafft. Vor 6.335 Fans in der wie gewohnt ausverkauften großen EWE ARENA setzte sich die Mannschaft von Trainer Lazar Spasic gegen die Basketball Löwen Braunschweig mit 93:84 durch. Topscorer der Gastgeber war Brian Fobbs mit 18 Punkten, bei den Gästen kam Simi Shittu auf 20 Zähler.
Die Entscheidung über die Platzierung nach der regulären Saison und damit über die Teilnehmer an der Saisonverlängerung fällt am 34. und letzten Spieltag der Hauptrunde. Die EWE Baskets Oldenburg (Bilanz: 16-17) stehen dabei am Sonntag, 10. Mai, vor einer außerordentlich hohen Hürde: Ab 16.30 Uhr gastieren sie beim Tabellenführer und Titelverteidiger FC Bayern Basketball (28-5).
„Schon hässlich“, fasste Oldenburgs Nicho Tischler im Interview nach der Partie den Abend zusammen, als er nach seiner Meinung zur Partie gefragt wurde. Tatsächlich entwickelte sich eine in vielen Passagen zähe Angelegenheit gegen couragierte Braunschweiger, die am Abend zuvor durch den Sieg Jenas gegen Heidelberg ihre Chance auf den Klassenverbleib eingebüßt hatten. Trotz des feststehenden Abstiegs in die ProA präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Ramon Diaz motiviert und engagiert.
Dass es kein einfacher Abend für die Oldenburger werden würde, ließ sich recht früh im Spiel erkennen. Die Basketball Löwen lagen kurz vorn (11:9, 5. Minute), mussten sich in einem von beiderseitigen Nachlässigkeiten geprägten Abschnitt allerdings mit einem 18:23-Rückstand aus dem Viertel verabschieden. Tomislav Zubcic hatte die EWE Baskets kurz zuvor per Dreier erstmals mit fünf Zählern in Front gebracht.
Bevor sich etwas mehr Spielfluss hätte entwickeln können, wurden die beiden Teams zunächst einmal komplett ausgebremst. Ein Anzeigewürfel hatte den Dienst quittiert, rasch wurden Ersatzanlagen in den Spielfeldecken installiert. Oldenburg setzte sich nach Wiederaufnahme des sportlichen Schlagabtauschs bis auf 40:34 ab, was die Löwen nach einer Auszeit mit einem 6:0-Lauf beantworteten. Zum Seitenwechsel erfreuten sich die Hausherren einer 48:42-Führung, ohne sich in Sicherheit wiegen zu dürfen.
Ein feiner Dunk von Michale Kyser, ein 57:44-Vorsprung und eine erneute Auszeit von Ramon Diaz: In der Arena machte sich zu Beginn des dritten Viertels das Gefühl breit, dass nun doch eine schnelle Vorentscheidung näher rücken könnte. Doch weit gefehlt: Die EWE Baskets stolperten in die schlechteste Phase dieses Abends, kassierten einen 0:11-Lauf, das Ungemach dehnte sich bis auf 2:16 aus. Die Gäste hatten sich nun ihrerseits eine Führung verdient und nahmen es mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Oldenburgs Chris Clemons noch vor Beginn des vierten Viertels sein viertes Foul kassierte. 66:69 nach einem 18:27 im dritten Abschnitt: Der Abend drohte aus Sicht der Hausherren ungemütlich zu werden.
Die EWE Baskets hielten in der Folge zwar kleine Vorteile in ihren Händen, konnten die widerspenstigen Braunschweiger aber vorerst nicht abschütteln. Das 82:81 in der 38. Minute hielt entsprechend noch immer eine große Portion Ernüchterungspotenzial bereit, aber nun fanden die Schützlinge von Lazar Spasic, der seine Bilanz als Headcoach schließlich auf 15-9 seit seiner Amtsübernahme ausbaute, die richtigen Mittel. Ein Alley-oop von Kyser, zwei Dreier von Brian Fobbs – aus einem zähen Unterfangen wurde zum großen Finale doch noch ein stimmungsvoller Heimspieltag.
Die Spannung in der Tabelle wurde durch die Ergebnisse des 33. Spieltags auf die Spitze getrieben: Die EWE Baskets gehen als Neunter in den Schlussakt und befinden sich damit inmitten eines Quintetts aus Teams, die eine Bilanz von 16-17 aufweisen. Angesichts der vielfältigen direkten Vergleiche ist damit auch klar: Ein Sieg in München würde die Oldenburger mindestens in die Play-Ins führen. Dyn überträgt ab 16:15 Uhr alle neun Partien des 34. Spieltags live.