Dreimal war in diesem Fall entgegen der üblichen Zählung nicht Oldenburger Recht: Die EWE Baskets Oldenburg haben nach den vorangegangenen Erfolgen gegen RASTA Vechta im BBL Pokal (72:69) und im Hinspiel der easyCredit Basketball Bundesliga (96:79) am Sonntagabend eine schmerzhafte Niederlage erlitten. Vor 6.335 Zuschauern in der wie gewohnt ausverkauften großen EWE ARENA unterlagen die Schützlinge von Headcoach Lazar Spasic mit 70:91 und verloren dabei nicht nur die Partie, sondern auch noch den direkten Vergleich. Während bei den Hausherren Brian Fobbs mit 28 Punkten zum Topscorer avancierte, kam Alonzo Verge bei den Gästen, die jedes Viertel gewannen, auf 23 Zähler.
Das Niedersachsenduell war für beide Mannschaften von großer Bedeutung. Die Oldenburger wollten nach ihrem Sieg am Freitag gegen Bonn daheim nachlegen, um die Bilanz auszugleichen und das nächste Ausrufezeichen in Richtung Postseason zu setzen. Vechta wiederum hatte am Freitag einen deutlichen Erfolg gegen Jena gefeiert und sich ein wenig Luft verschafft im stressigen Abstiegskampf. Beide Teams gingen nicht ohne personelle Schwächungen in den Abend: Bei den EWE Baskets setzten erneut Filip Stanic und James Woodard aus, bei RASTA fehlten Joschka Ferner, TJ Bamba und Booker Coplin.
Die Begegnung begann mit hoher Intensität, allerdings auch mit mangelnder Treffsicherheit auf beiden Seiten. Nicho Tischler markierte für Oldenburg die ersten Punkte der Begegnung, während sich Vechta in der sechsten Minute eine 11:7-Führung erspielte. Die Gäste hatten auch in der Folge kleine Vorteile, störten den Spielfluss der EWE Baskets empfindlich und profitierten am Ende des ersten Abschnitts von klugem Zeitmanagement beim letzten Angriff, den Tommy Kuhse zum 20:15-Vorsprung einnetzte.
Das zweite Viertel begann überaus spektakulär, als Tischler ein Alley-oop-Anspiel von Chris Clemons zu einem sehenswerten Dunk verwertete. Die entsprechend euphorische Laune auf den Rängen hatte indes keinen langen Bestand, denn Vechta legte nach einer Auszeit von Headcoach Christian Held ab der 14. Minute einen markanten Zwischenspurt hin. Die Oldenburger ließen aus der Distanz jede Treffsicherheit missen, während Vechta Ball und Gegner laufen ließ. Spasic nahm binnen kurzer Zeit zwei Auszeiten, allerdings fruchtete diese erzwungene Unterbrechung des Geschehens kaum – RASTA setzte sich ab. Alonzo Verge, an diesem Abend einmal mehr sehr gut aufgelegt, sorgte für die letzten Punkte vor dem Gang in die Kabinen; das 33:46 bot Raum für eine intensive Halbzeitansprache und größeres Steigerungspotenzial.
Der Abend verlief in der Folge aber auch im dritten Viertel nach dem zuvor etablierten Muster. Den Gastgebern war das Bemühen, die Partie knapper zu gestalten, nicht abzusprechen. RASTA aber fand stets die passenden Antworten auf die Herausforderungen, die Oldenburg dem Gegner präsentierte, und bestimmte das Geschehen an beiden Enden des Feldes. In einer Phase gegen Ende des Abschnitts drohte eine frühe Vorentscheidung, als der Vorsprung der Gäste erstmals auf 20 Punkte angewachsen war (64:44). Mit einem nur minimal engeren Resultat ging es schließlich in das finale Viertel (49:66 aus Oldenburger Sicht).
Ein 12:4-Start der EWE Baskets sorgte dann aber doch noch für eine Prise Spannung, denn 5:10 Minuten vor dem Ende hatten die Spasic-Schützlinge den Rückstand in den einstelligen Bereich befördert, kurz danach sorgte das 65:72 für noch mehr Lautstärke auf den Rängen. War doch noch die große Wende möglich? Nein, denn dem starken Alonzo Verge gelang mitten in diesen Oldenburger Aufschwung hinein ein immens wichtiger Dreier, der mit Blick auf den Verlauf der Restspielzeit wie der endgültige K.-o.-Schlag für die EWE Baskets wirkte. Vechta ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen – und sorgte mit einem energischen Schlussspurt sogar noch dafür, sich den direkten Vergleich zu sichern.
Mit 18:28 Punkten und zwei Siegen binnen drei Tagen darf RASTA im Rennen um den Ligaverbleib tief durchatmen (und von mehr träumen), die Oldenburger müssen mit jetzt 20:24 Zählern den Blick nach vorn richten und die Woche nutzen, um kurz zu regenerieren und danach umso entschlossener in die Vorbereitung auf das kommende Auswärtsspiel bei den SKYLINERS einzusteigen. Tipoff in der Süwag Energie ARENA in Frankfurt ist am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr.