Zum Auftakt der Rückrunde in der easyCredit Basketball Bundesliga geht es für die EWE Baskets Oldenburg auf Reisen. Am Freitag, 30. Januar (20 Uhr), gastiert die Mannschaft von Headcoach Lazar Spasic beim SYNTAINICS MBC. Die Partie wird, genau wie alle anderen Spiele der easyCredit BBL und im BBL Pokal, live bei Dyn übertragen; Hannes Jakobi meldet sich ab 19:45 aus der Stadthalle Weißenfels.
Für die beiden Mannschaften ist es ein kurzfristiges Wiedersehen: Am 10. Januar hatten sich die Oldenburger vor heimischer Kulisse gegen couragiert auftretende Gäste mit 91:84 durchgesetzt. Nicholas Tischler avancierte mit 19 Punkten zum Topscorer der Hausherren, die insbesondere mit Spencer Reaves ihre Probleme hatten: Der Bruder des NBA-Profis Austin Reaves kam in der großen EWE ARENA auf 27 Punkte und traf dabei sechs seiner neun Versuche aus der Distanz.
Zwei Personalien sorgten nach der Partie in Oldenburg bei den Wölfen für besonderes Aufsehen: Unmittelbar nach der Rückreise aus Niedersachsen gab der Club die Trennung von Liga-Urgestein John Bryant bekannt, Anfang dieser Woche folgte das Ende der Zusammenarbeit mit dem italienischen Trainer Marco Ramondino, der zur aktuellen Saison die Nachfolge von Janis Gailitis angetreten hatte. Er trat in große Fußstapfen: In der Spielzeit 2024/25 hatte der SYNTAINICS MBC sensationell den BBL Pokal gewonnen und war durch einen Play-In-Erfolg über die EWE Baskets in die Playoffs eingezogen.
In der laufenden Saison setzten die Weißenfelser ihre positive Entwicklung zunächst fast ungebremst fort. Zwar scheiterten sie im BBL Pokal früh, legten in der easyCredit BBL allerdings einen perfekten Saisonstart hin: Die ersten fünf Spiele wurden alle gewonnen. Im Anschluss an die makellose Bilanz von 10:0 Punkten gerieten die Ramondino-Schützlinge allerdings Schritt für Schritt aus dem Takt – von den anschließenden zwölf Spielen gewannen sie nur noch zwei, zuletzt kassierten sie sieben Niederlagen in Folge (darunter das Hinspiel in Oldenburg). Parallel sind sie in der European North Basketball League aktiv; dort gelangen in sechs Spielen sechs Siege.
Sportdirektor Silvano Poropat übernimmt zunächst nur für das Heimspiel gegen die EWE Baskets den Trainerposten. Der Kroate hatte den MBC bereits von 2011 bis 2015 und von 2018 bis 2021 als Headcoach betreut, seit August 2025 ist er Sportdirektor des Clubs aus Sachsen-Anhalt. Sein Einsatz an der Seitenlinie soll nur ein vorübergehender sein, wie er auf der Website der Wölfe betonte: „Eine langfristige Rückkehr auf die Trainerbank ist jedoch nicht meine Intention. Ich wünsche mir, dass wir zeitnah die bestmögliche Lösung für den SYNTAINICS MBC finden.“
Weitere Personalien betrafen vor Kurzem erneut den Kader. Während Stephon Jelks nach mehreren Kurzzeitverträgen nach Estland weiterzog, verpflichteten die Weißenfelser den ehemaligen NBA-Akteur Andrew Harrison. Damit wurde auch auf eine längere Verletzung von Khyri Thomas reagiert; der US-Amerikaner spielte in der Liga zuletzt am 3. Januar und fällt seitdem aus. Seine durchschnittlich 13,6 Punkte pro Partie fehlen dem Team ebenso wie die 6,6 Zähler und 3,9 Rebounds von RJ Gunn, der seit Ende Dezember verletzt zuschauen musste (und nun möglicherweise zurückkehrt).
Das gegen Ende noch einmal unangenehm knappe Hinspiel sollte den Oldenburgern Warnung genug sein, den Gegner trotz der unbestrittenen Sorgen überaus ernst zu nehmen. Schließlich stehen in den Reihen des SYNTAINICS MBC renommierte Kräfte: Charles Callison (15,1 PPG), Spencer Reaves (13,8), Marcus Foster (11,7) und Jure Planinic (10,1) bilden das Quartett der Spieler mit durchschnittlich zweistelliger Punkteausbeute. Teil der festen Rotation sind zudem Collin Welp (7,4 PPG), Perttu Blomgren (4,4) und Kresimir Nikic; Neuzugang Harrison kam bei seinem Debüt noch nicht zur Entfaltung, wird aber gewiss eine größere Rolle einnehmen. Last but not least zu nennen ist Routinier und Defensivspezialist Akeem Vargas, der im Hinspiel zehn Punkte erzielte – es waren die ersten Zähler überhaupt in der Saison. Hinter seinem Einsatz steht aufgrund einer Erkrankung allerdings ein Fragezeichen.
Für die EWE Baskets, die sich am Donnerstag auf den Weg nach Weißenfels machen, geht es darum, gegen die punktgleichen Wölfe die positive Entwicklung der letzten Wochen fortzusetzen. Sechs der acht Spiele unter Headcoach Lazar Spasic wurden gewonnen, am vergangenen Wochenende glückte ihnen dank eines spektakulären letzten Viertels (30:9) daheim ein 89:72 gegen die NINERS Chemnitz. Gute Nachrichten gibt es auch im personellen Bereich: Kyle Lofton, seit Anfang Oktober aufgrund einer Verletzung ohne Einsatz, steht kurz vor seinem Pflichtspiel-Comeback.
Nach dem Spiel in Weißenfels folgt für die EWE Baskets übrigens eine 14-tägige Pflichtspielpause; am Samstag, 14. Februar, geht es in der großen EWE ARENA gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg weiter (Tipoff: 20 Uhr, Eintrittskarten im Vorverkauf).