Mit einem deutlichen 94:74-Sieg über den BBC Coburg haben die Baskets Juniors TSG Westerstede im Playoff-Viertelfinale der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord den 1:1-Ausgleich erzielt und sich ein entscheidendes drittes Spiel verdient. Jon’il Fugett avancierte in der stimmungsvollen Hössenhalle in Westerstede mit 28 Punkten zum Topscorer, zudem kam er auf acht Assists und sechs Rebounds. Die Entscheidung über den Halbfinaleinzug fällt am Mittwoch, 29. April, in Coburg (19:30 Uhr).
Nach der überdeutlichen 68:92-Niederlage im ersten Spiel der Serie wollte der Aufsteiger aus Niedersachsen vor heimischer Kulisse ein anderes Gesicht zeigen und den Gegner nicht erneut von der Dreierlinie heiß laufen lassen. In die Karten spielte der Mannschaft von Trainer Artur Gacaev dabei die Rückkehr von Beni Fungula und Alan Boger in den Kader, die beim ersten Aufeinandertreffen noch gefehlt hatten.
Im ersten Viertel deutete zunächst viel auf einen knappen und umkämpften Abend hin, wenngleich die Hausherren zunächst den besseren Start erwischten. Gästetrainer Patrick Seidel sah sich in der siebten Minute zu einer ersten Auszeit gezwungen, als sein Team mit 10:16 ins Hintertreffen geraten war. Bis zum Viertelende erkämpften sich die Gäste ein 19:19.
Das zweite Viertel sah in der Folge die Baskets Juniors im Vorteil. Vor allem jeweils zwei Dreier von Simon Kohlhoff und Jon’il Fugett und damit zwölf Punkte binnen kurzer Zeit sorgten dafür, dass die Gäste zunehmend in Schwierigkeiten waren und in der 16. Minute mit 26:40 erstmals deutlich ins Hintertreffen gerieten. Einzig das dritte Foul gegen Joel Harms bremste die zuvor exzellente Laune bei den Gastgebern kurzzeitig aus. Zur Halbzeit freuten sich Team und Fans dennoch über den 49:37-Vorsprung.
Entschieden war damit natürlich noch nichts, allerdings setzten sich die Schützlinge von Trainer Artur Gacaev Schritt für Schritt weiter ab. Ein spektakulärer Alley-oop-Dunk von Colin Schroeder war der optische Höhepunkt eines bis hierhin überlegen geführten Abschnitts, doch von diesem 44:65-Rückstand kämpfte sich Coburg noch einmal ein Stück weit zurück. Das 56:73 vor dem Schlussviertel war eine große, aber noch immer nicht vorentscheidende Hypothek für den BBC.
Noch einmal schnupperten die nimmermüden Gäste an einem Comeback, als sie in der 34. Minute bis auf 66:75 herangekommen waren. Für die große Wende reichte es aber nicht mehr, da die Baskets Juniors ihre Überlegenheit an diesem Sonntagabend schließlich in einen letztlich deutlichen Sieg ummünzen konnten. Drei Auszeiten binnen weniger Minuten blieben aus Coburger Sicht wirkungslos. Für einen spannenden „Do or die“-Abend in Coburg ist damit alles bereitet, Sporteurope.TV überträgt die Partie im Livestream.
Stimmen zum Spiel
Artur Gacaev (Headcoach Baskets Juniors TSG Westerstede): „Ich bin zufrieden mit unserer Leistung. Wir haben genauso gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe – mit viel Energie, guter Ballbewegung und starkem Zusammenspiel. Wir waren von Anfang an präsent, haben durchgehend Druck gemacht und füreinander gespielt. Auch unser Passspiel hat gut funktioniert, insgesamt war es eine überzeugende Leistung. Ein entscheidender Unterschied war, dass wir wieder komplett waren. Wenn alle zur Verfügung stehen, treten wir ganz anders auf, dann sieht unser Basketball deutlich besser aus. Mit Blick auf das dritte und entscheidende Spiel sind wir bereit. Ich glaube, die Jungs haben verstanden, worum es geht. Im ersten Aufeinandertreffen haben wir allerdings kaum etwas getroffen, während der Gegner in der ersten Halbzeit extrem treffsicher war und acht von zehn Dreipunktewürfen verwandelt hat – so eine Quote erlebt man nicht oft.“
Patrick Seidel (Headcoach BBC Coburg): „Ich glaube, wir haben unsere Energie und Intensität, die uns sonst ausmachen, heute keine Sekunde aufs Feld gebracht. Unser schnelles Spiel hat komplett gefehlt. Gegen die Verteidigung haben wir zu Beginn eigentlich noch ganz ordentlich ausgesehen, aber wir konnten kaum Fastbreaks laufen. Wenn wir mal ins Tempo gekommen sind, war es auch okay, aber insgesamt haben wir schlecht gereboundet, uns ein paar unnötige Ballverluste geleistet und den Ball nicht gut bewegt. Dazu kommt natürlich die lange Anreise mit über acht Stunden, die wir in den Knochen hatten – das ist einfach ungünstig und hat sich sicher auf unsere Intensität ausgewirkt, gerade im Vergleich zum letzten Spiel. Außerdem haben die beiden Spieler, die heute bei Oldenburg im Gegensatz zur ersten Partie dabei waren, ihr Spiel natürlich nochmal verändert. Das war insgesamt eine andere Mannschaft, und wir waren am Ende einfach platt. Ich erwarte, dass es im nächsten Spiel deutlich enger wird. Die letzten beiden Spiele waren jeweils klar vom Ergebnis, aber eigentlich gab es immer nur ein Viertel, das wirklich den Unterschied gemacht hat, die anderen waren ausgeglichen. Von daher rechne ich jetzt mit einem knappen Spiel.“