Lieber Dieter …
Nun bist Du leider von uns gegangen. Am Morgen des 16. Januars hat Dein Herz aufgehört zu schlagen – nach einer langen, schweren Krankheit, die sich Deiner angenommen hatte.
Du bist erlöst.
Im Moment sind so viele Menschen betroffen, nachdenklich und traurig.
Du hinterlässt bei vielen eine große Lücke – auch bei mir. Wir haben so viele Erlebnisse geteilt, freudige und lustige – aber auch ernste und schmerzhafte.
Gesehen haben wir uns zum ersten Mal in den siebziger Jahren. Du warst damals als Seemann auf sämtlichen Weltmeeren unterwegs und hast das Leben kennengelernt. Ein kräftiger junger Mann, dem keiner etwas antun konnte – und mochte. Du warst ständig unterwegs und hattest Dein Zuhause bei Deinen Eltern.
Dann aber hast Du der „Christlichen Seefahrt“ den Rücken gekehrt. Dein neuer Arbeitgeber wurden Brauereien. Dein letzter Arbeitgeber war die Jever Brauerei.
Und Du zogst in die Peterstraße – Dein Domizil für lange Jahre. Dieses Domizil wurde legendär.
Du warst als überaus menschenfreundlich bekannt. Und Du hattest eine sehr große Menschenkenntnis, mit der Du aber überhaupt nicht an die Öffentlichkeit gegangen bist. Große Worte waren ohnehin nicht Dein Ding. Aber WENN Du etwas sagtest, dann passte es. Klare und deutliche, präzise Ansagen prägten Dich.
Einmalig war Deine Hilfsbereitschaft. Keinen derer, die bei Dir ein und ausgingen, hast Du hängen lassen. Irgendwie hast Du denen, die Dich um Hilfe baten oder bei denen Du gesehen hast, dass Hilfe notwendig war, aus der Not geholfen. Ohne viele Worte – Handeln war Dein Ding, wann immer es notwendig und für Dich machbar war.
Ein Dein Leben beeinflussendes Ereignis passierte in den 80er Jahren. Beim Besuch eines Basketballspiels der TSG Westerstede wurdest Du von Hermann gefragt, ob Du Dir vorstellen könntest, Dich dort einzubringen. Und das machtest Du. Als Teambetreuer warst Du bald unverzichtbar. Dein organisatorisches Talent für die kleinen und großen Dinge machte Dich so wertvoll für die Spieler und die Basketballabteilung. Und viele wurden zum festen Freundeskreis – auch über Basketball hinaus.
Für mich unvergesslich war unsere gemeinsame Zeit auf der Bank der Westersteder. Mit Vilmantas Matkevicius als Spielertrainer und uns beiden hatten wir zwei intensive Jahre mit beeindruckenden Erlebnissen. Unvergesslich dabei war der 9. November 1989. Wir erlebten den Mauerfall hautnah auf einer anstehenden Reise zu zwei Spielen in Berlin. In Berlin machten wir am nächsten Morgen einen Spaziergang und sahen dieses „Neue“ auf einer Bank sitzend an uns vorüberrauschen. Deine knappen und klaren Worte dazu:
„Wie das wohl unser Land verändern wird.“
Und wie es das tat.
Auch unsere und Deine Basketballwelt änderte sich ab 1995. Aus der SG Oldenburg/Westerstede wurden nach dem Aufstieg ein Jahr später die EWE Baskets Oldenburg. Du warst immer mit dabei – über all die Jahre.
Mit einer für Dich noch wichtigeren Lebensveränderung: Marianne Hunfeld kam in Dein Leben! Was für eine Veränderung!! Niemand aus Deinem Freundeskreis hätte auch nur im Traum daran gedacht, dass Dir das noch widerfahren würde. Bald wurde geheiratet.
Ihr hast Du die Begeisterung für Basketball vermittelt. Sie wurde bald ein großer Fan des Ganzen. Über Jahre habt ihr gemeinsam die Heimspiele besucht. Weitaus wichtiger für den Klub aber war Dein Einsatz für diesen. Ohne große Worte, bei der Arbeit, warst Du als Hausmeister und weit darüber hinaus aktiv. Zu JEDER Tag-und Nachtzeit, wenn es nötig war. Und für die Mitarbeiter waren Deine Gespräche mit ihnen noch wertvoller. Mit Rat und Tat standest Du ihnen zur Seite, sie hatten Dich in ihr Herz geschlossen! Bis zum Schluss.
Du fehlst ihnen allen. Du fehlst mit Deiner Offenheit, Deiner Ehrlichkeit, Deiner Fröhlichkeit und Deiner Schlagfertigkeit. Eine große stille Lücke, die so nie mehr ausgefüllt werden kann – durch Dich.
Und Du fehlst mir. Oft werde ich in Gedanken Dinge noch einmal erleben, die Du mir geschenkt hast.
Danke, mein Freund. Tschüss, Dieter!
Von Bernd Materne
Der Autor ist, wie auch Dieter Lüken, ein Urgestein des Basketballs in Oldenburg und Westerstede. Bernd Materne war und ist seit Jahrzehnten in vielen Funktionen im Basketball tätig und pflegt Verbindungen, die weit über die Grenzen der Nordwest-Region hinaus gehen. Bernd Materne unterstützt die EWE Baskets in beratender Funktion und bringt sich mit seiner ganzen Erfahrung unter anderem in die PR-Arbeit ein.