Chris Clemons wurde am 23. Juli 1997 in Raleigh im US-amerikanischen Bundesstaat North Carolina geboren. Er spielte vier Jahre lang für das College-Team der Campbell University und lieferte hier spektakuläre Zahlen ab. Clemons steht mit seinen insgesamt 3.225 Punkten noch immer auf dem vierten Platz der USA-weiten Alltime-Stats in Sachen Scoring in der NCAA 1.
Eine kurze Nachfrage bei seinem damaligen College-Trainer, Kevin McGeehan, blieb nicht lange unbeantwortet – sehr gern erinnert der sich an seinen damaligen Schützling: „Chris war vom ersten Tag an, als er nach Campbell kam, ein Ausnahmetalent. Was ihn so besonders machte, war die Kombination aus Talent und einer unglaublichen Arbeitsmoral. In der Vorbereitungssaison vor seinem ersten Studienjahr war Chris jeden Tag in unseren Büros und studierte Spielanalysen, um das Spiel zu lernen.“ Und weiter: „Er weigerte sich, unvorbereitet zu sein. Wir haben so viele tolle Erinnerungen zusammen: den Gewinn der Big South Championship und die Teilnahme an den NIT-, CBI- und CIT-Turnieren. Chris erzielte als Sophomore im Big South-Turnier 51 Punkte – ein neuer Konferenzrekord. Als Senior führte er dann die nationale Scorerliste an – ein unvergessliches Erlebnis. Trotz all dieser großartigen Erfolge und der damit verbundenen Aufmerksamkeit blieb Chris immer bescheiden und sorgte dafür, dass sich seine Teamkollegen wertgeschätzt und wichtig fühlten. Ich glaube, genau das machte Chris so besonders.“
In der aktuellen Saison ist Clemons mit 18,7 Punkten vor dem Gastspiel in Frankfurt drittbester Punktesammler der easyCredit BBL. Dabei gelangen ihm gegen Trier der Saisonrekord mit 52 Punkten und im Pokal in Vechta und in der Liga gegen Berlin spektakuläre Gamewinner aus der Distanz. Im Interview spricht der 1,75 Meter große Guard, der im Sommer 2025 nach Oldenburg kam, über seine Erinnerungen ans College, seine Zeit in der NBA und über die aktuellen Herausforderungen mit den EWE Baskets Oldenburg.
Chris, du hattest eine bemerkenswerte Zeit im College-Basketball. Wie wichtig waren diese Jahre im Rückblick für deine gesamte Entwicklung?
Die Collegezeit war ehrlich gesagt eine meiner liebsten Phasen. Ich habe mich sowohl als Basketballspieler als auch als junger Mann weiterentwickelt, insbesondere was meine Einstellung betrifft. Ich habe unheimlich viel gelernt und konnte vier Jahre durchspielen. Das alles war für jemanden wie mich schon eine große Sache; vor allem, weil ich nicht zu den Top-Universitäten wie UNC oder Duke gewechselt bin. Ich hätte viele Möglichkeiten gehabt, etwas zu ändern, aber ich denke, der Weg, den ich eingeschlagen habe, war sehr lohnend. Ich habe meine Karriere schließlich mit diesen vielen Punkten beendet und dabei so viel über Basketball gelernt. Das wäre vermutlich nicht geschehen, wenn ich früher aufgehört hätte oder an eine andere Universität gegangen wäre. Ich verdanke dem College definitiv einen Großteil meines Erfolgs im Basketball.
Nimmst du den Basketball in der NCAA nach wie vor intensiv wahr und schaust viele Spiele? Immerhin stehen wir kurz vor der alljährlichen March Madness …
Ich verfolge College-Basketball im Allgemeinen nicht ganz so genau, aber ich bin schon daran interessiert, wie sich meine Uni schlägt. Ab und an sehe ich das eine oder andere Spiel, aber meistens konzentriere ich mich auf das, was in unserer Liga oder in Europa passiert. Also eher auf das, was direkter mit meinem Umfeld zusammenhängt.
Dein ehemaliger College-Trainer Kevin McGeehan hat mir gesagt, dass er insbesondere deine unglaubliche Arbeitsmoral geschätzt hat. Prägt eben diese dich auch heute als Profi?
Diese Arbeitsmoral bringt einen meiner Meinung nach sehr weit, besonders wenn man bedenkt, wo ich im Basketball hinwollte. Ich habe das jeden Tag im Hinterkopf behalten, um sicherzustellen, dass ich immer hart arbeite und konstant bleibe, um mein Ziel zu erreichen. Ich denke, das ist für jeden relevant, ob im Basketball oder im Leben allgemein. Für mich persönlich ist Beständigkeit bis heute ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich versuche, jeden Tag die gleichen Dinge zu tun und mich jeden Tag ein bisschen zu verbessern.
Du hast 2019 den Sprung in die NBA geschafft und für die Houston Rockets unter anderem an der Seite von James Harden und Isaiah Hartenstein gespielt. Wie war es, Abend für Abend gegen die besten Basketballer der Welt anzutreten?
Es war natürlich mein Kindheitstraum. Ich wollte schon immer auf diesem Niveau spielen. Es war dann aber eigentlich unglaublich für mich, es geschafft zu haben, auf diesem Level anzutreten und in der NBA etwas zu erreichen. Ich werde mich immer daran erinnern. Es war einfach toll, mit einigen der Jungs zusammen zu sein, die man sonst nur im Fernsehen sieht, und von ihnen zu lernen. Man lernt das Spiel durch ihre Augen kennen, und sie werden später in die Hall of Fame aufgenommen. Es ist ein surrealer Moment, wenn ich an all die Lektionen denke, die ich von ihnen gelernt habe, wie man ein professioneller Basketballspieler wird. Ihre Entscheidungen in Offensive und Defensive helfen einem, sein Spiel zu verbessern. Das ist eine Erfahrung, die viele nicht machen.
Zu den Erfahrungen gehörte dann aber auch ein schmerzhafter Rückschlag, als du dir in der Saisonvorbereitung auf dein zweites Jahr in Houston die Achillessehne gerissen hast. Was ging dir damals durch den Kopf – und wie schwer war es, mental stabil zu bleiben?
Du wirst es ahnen: Das ist ein wirklich schwieriger mentaler Prozess. Die Genesung dauert lange. Ich hatte ein ziemlich gutes Rookie-Jahr, in dem ich einen guten Vertrag bekam. In diesem Jahr gab es viele Trainer- und Spielerwechsel, und für mich war es etwas, das sich jeder Spieler wünscht, weil man die Chance bekommt zu zeigen, dass man eine größere Rolle spielen und zeigen will, was für ein Akteur man ist. Man will mehr Spielzeit und mehr Verantwortung. Es wäre also eine wirklich aufregende Saison für mich geworden, aber wie du weißt, lief es leider nicht so. Man muss mental umdenken, von der Vorfreude auf eine großartige Saison hin zur Genesung und der Frage, wie die Reha nach einer so schweren Verletzung über einen so langen Zeitraum verläuft und wie die Zukunft danach aussehen wird. Es ist hart, aber ich sagte mir jeden Tag, dass ich einfach versuche, so viel wie möglich zu tun. Ich war so motiviert in der Reha, wie ich nur sein konnte, und tat einfach alles, um zurückzukommen. Am Ende bin ich dann etwas früher zurückgekommen als die meisten anderen.
Man kann sich online ein Video anschauen, in dem du unglaubliche fünf Monate nach deiner Verletzung wieder einen Dunk machst …
Die Zeit davor war hart. Ich war jeden Tag bereit, immer pünktlich, immer alles dem großen Ziel unterordnend, zurückzukommen. Ich bin jeden Tag an meine Grenzen gekommen. Wenn ich heute Jungs wie Jayson Tatum zurückkommen sehe, bedeutet mir das immer etwas, weil ich weiß, wie schwer es ist, so etwas zu schaffen.
Über die Jahre zieht sich die Frage nach deiner Größe wie ein roter Faden durch viele Interviews. War das für dich immer auch eine Art Extra-Motivation? Wenngleich Größe nicht alles ist, wie es immer wieder heißt: Mit 1,75 Meter zählt man im Basketball eben doch zu den Kleinsten.
Besonders wenn man jünger ist und versucht, College-Basketball zu spielen, spielt das schon eine Rolle. Das beeinflusst die Richtung deiner Karriere schließlich am meisten. Die Colleges versuchen, dich zu rekrutieren und machen sich schon Gedanken über deine Größe. Aber: Ich nutze das immer als Motivation, um Leuten zu beweisen, dass sie sich irren. Du kannst der Kleinste auf dem Feld sein, aber trotzdem der Gefährlichste. Und das verinnerliche ich bis heute. Es scheint heutzutage im Basketball kein großes Problem mehr zu sein. Allerdings gilt auch: Jeder, der in einer ähnlichen Situation steckt und als kleinerer Guard unterwegs ist, muss die passende Mentalität haben. Dieses Bewusstsein, dass man einer der Besseren auf dem Feld sein muss, da es sonst schwierig ist, seine Ziele zu erreichen.
Du bist nach deiner Zeit in den USA schon ein wenig herumgekommen und hast in China und Frankreich gespielt, inzwischen bist du hier in Deutschland. Wie schwierig ist es, sich immer wieder an neue Gegebenheiten und Kulturen zu gewöhnen?
Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht etwas anders als andere, aber ich muss sagen: Es beeinflusst mich nicht wirklich so sehr, wo ich spiele. Ich genieße es, verschiedene Kulturen kennenzulernen, und ich denke, es ist irgendwie Teil der Reise. Es macht Spaß! Man reist um die Welt, lebt in verschiedenen Gegenden und lernt so viel über andere Menschen, ihre Geschichte und Kultur. Aber mich stört es nicht so sehr wie andere, die lieber lange im selben Markt und Land bleiben. Am Ende ist es immer noch Basketball. Die Sprache dieses Sports ist überall dieselbe. Das Schwierigste ist, dass die Leute rund um den Globus das Spiel unterschiedlich angehen, und man muss sich entsprechend an ihren Spielstil anpassen.
Kommen wir endlich auf uns zu sprechen. Wir haben den Saisonstart in den Sand gesetzt und fanden uns am Tabellenende wieder. Kannst du dir erklären, was in jener Phase schiefgelaufen ist?
Nun, die Bilanz an sich war natürlich nicht das, was wir uns gewünscht hatten. Wir wussten nach den Spielen, dass das nicht unbedingt unser wahres Können widerspiegelte. Und wir haben einige Begegnungen verloren, die sehr knapp verlaufen sind. Jetzt, wo die entscheidende Saisonphase ansteht, ist für uns wieder einiges möglich. Aber zu Saisonbeginn, das war hart. Niemand hatte erwartet, dass es so laufen würde. Ich weiß nicht genau, was uns fehlte. Ich glaube einfach, unsere Chemie stimmte nicht ganz. Wir hatten zudem einige Verletzungen und mussten versuchen, diese auszugleichen. Jeder hat sein Bestes gegeben, vielleicht manchmal sogar zu viel, um das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden, und manchmal klappt es einfach nicht. Ich glaube, wir sind die ganze Zeit optimistisch geblieben. Wir dachten: Irgendwann muss es doch klappen. So viele Spiele waren so knapp … Jetzt, nach den letzten gut zehn Spielen, sieht man die Veränderungen. Ein paar Spielzüge, die anfangs nicht so liefen, wie wir es uns gewünscht hätten, laufen jetzt vielleicht ein paar Mal zu unseren Gunsten, und das beeinflusst den Ausgang des Spiels.
Welchen Einfluss hatte der Trainerwechsel? Seit Lazar das Ruder übernommen hat, geht es unübersehbar bergauf mit den Resultaten.
Wenn man einen neuen Trainer in ein Team holt, kann das einen positiven Einfluss auf die Mannschaft und ihre Reaktion auf die jeweiligen Veränderungen haben. Predrag Krunic hat ehrlich gesagt gute Arbeit geleistet, wenn man sieht, wie oft wir nah dran waren. Wir haben in jedem Spiel gut mitgehalten, wir wurden nicht etwa deklassiert oder so. Lazar hat die Verteidigung umgestellt, um sie besser an die Stärken unserer Spieler anzupassen, und auch die Offensive so verändert, dass der Ball besser zirkuliert und die Spieler auf den passenden Positionen eingesetzt werden, damit sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Da wir beispielsweise so viele Verletzungen hatten, musste Nicho auf der Vier spielen, jetzt kann er auf der Drei spielen, wo er meiner Meinung nach am besten ist. Das hat uns also auch geholfen. Es gab viele Gründe für den Aufschwung, aber vor allem mental hat uns der Neustart mit neuem Optimismus sehr geholfen.
Du bist im Basketball im Grunde ein geborener Scorer. Aber das Team braucht dich auch als Passgeber. Wie schwierig ist es, hier immer die richtige Mischung zu finden?
Das ist wohl der schwierigste Teil für jeden talentierten Scorer: nicht zu sehr auf Punkte aus zu sein und alle anderen ins Spiel einzubinden. Es kommt immer auf das jeweilige Spiel an und darauf, was es von einem verlangt – ob man mehr Punkte erzielen oder offene Spielzüge kreieren soll. Ich glaube nicht, dass es jemals eine konstante Balance geben wird, denn jedes Spiel ist einzigartig. Es wird Abende geben, in denen ich zehn Assists und vielleicht zehn Punkte habe, aber im nächsten Spiel werde ich 30 Punkte und nur zwei Assists erzielen. Es kommt einfach darauf an. Man muss sich anpassen können, und wenn einem so viel Vertrauen entgegengebracht wird und man eine so wichtige Rolle in der Offensive spielen darf, muss man gut darin sein, sich der Situation anzupassen.
Unter anderem das vergangene Wochenende hat gezeigt, dass wir uns einem gewissen Auf und Ab gegenübersehen – wir haben gegen den Dritten gewonnen und gegen den 14. verloren. Was muss am dringlichsten verbessert werden, um mehr Konstanz in die Leistungen zu bekommen?
Das durchaus Seltsame an der Liga ist, dass zwischen diesen angesprochenen Tabellenplätzen nur ein geringer Unterschied an Siegen liegt. Man kann also jeden Abend verlieren. Viele Spiele, die ich sehe, entscheiden sich letztendlich durch zwei oder drei Spielzüge, oft ganz am Ende der Partie. Jedes Team in dieser Liga kann dich oder eigentlich jeden schlagen. Das macht es einfach interessant. (lacht) Was war noch mal die Frage? Ach ja, die Verbesserungen. Im Grunde ist es ganz einfach: Das Rebounding ist wahrscheinlich unsere größte Schwäche. Wenn wir effektiv rebounden, gibt es nicht viele Teams, die uns schlagen können. Ehrlich gesagt, denke ich, dass wir offensiv so gut wie jeder andere sind, wenn nicht sogar besser. Aber es läuft einfach auf den Rebound hinaus. Wir haben viele gute Defensivaktionen, die wir zu wenig nutzen. Wir geben den Gegnern zuweilen 20 zusätzliche Würfe, und da ist es schwer zu gewinnen und offensiv viel Energie und Motivation zu haben. Der Rebound ist einfach unser größtes Problem.
Für dich ist es die erste Saison in Deutschland. Wie ist dein bisheriger Eindruck von unserer Liga?
Es macht mir Spaß hier! Ich mag die gute Organisation, das Marketing hinter der Liga. Man wird pünktlich bezahlt, das ist gut. (lacht) Das sorgt für Sicherheit, das ist wohl die deutsche Seite der Medaille. Ich mag, wie wettbewerbsorientiert die Liga ist. Ich spiele gerne in Ligen, in denen die Clubs sehr eng beieinanderliegen und sehr umkämpft sind. Es ist nicht so, dass die Spitze übermächtig ist, mit zwei oder drei Spitzenteams, die einfach über allen anderen stehen und alle anderen eher am unteren Ende sind. Der Wettbewerb ist toll und auch der Umstand, dass jedes Spiel wichtig zu sein scheint. Es herrscht einfach eine tolle Atmosphäre, und jedes Team hat eine ziemlich gute Fangemeinde, soweit ich das bisher beurteilen kann. Ja, jedes Spiel ist einfach spannend. Das ist einer meiner Lieblingsaspekte der Bundesliga.
Ich habe vorhin eine Sache vergessen, als wir über die NBA gesprochen haben. Dieser Tage hat Bam Adebayo 83 Punkte für Miami erzielt. Hierzulande mischt sich über das Staunen immer auch schnell Kritik, dass das kein Basketball mehr sei, sondern Zirkus. Wie denkst du darüber?
Zunächst einmal ist es natürlich etwas Besonderes, 83 Punkte sind 83 Punkte. Das muss man erst einmal schaffen, egal wie. Am Ende gab es viele Fouls, viele Freiwürfe, und es wurden auch dadurch immer mehr Punkte. Ich verstehe beide Seiten in ihrer Denkweise über ein solches Resultat. Wenn man so nah an einem wichtigen Rekord dran ist, will man ihn natürlich brechen. Ich persönlich bin kein Fan davon, es dann mit aller Macht zu erzwingen, aber ich kann es durchaus verstehen. Wie gesagt: 83 bleiben 83, das ist absolut erstaunlich.
Als Profisportler sollte man immer ganz und gar in der momentanen Situation bleiben und diese mit ihren Herausforderungen annehmen. Inwieweit machst du dir dennoch Gedanken über deine sportliche Zukunft, beispielsweise darüber, den Sprung in die EuroLeague zu machen oder eventuell sogar über eine Rückkehr in die NBA nachzudenken?
Ich stimme dir darin zu, was du über die Konzentration auf den Augenblick sagst. Wir haben hier noch so viel zu tun. Da ist es schwer, nicht in der Gegenwart zu sein. Aber jetzt ist natürlich auch die Zeit, in der Gespräche über die Zukunft geführt und Ideen an einen herangetragen werden. Da ist es zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach, sich nur auf die Gegenwart zu konzentrieren. Man hat seine Agenten, die einem Ratschläge geben, bestimmte Dinge zu tun, und auch die Familie versucht natürlich, ein Wörtchen mitzureden. Das ist komplex. Ja, die Gegenwart ist entscheidend, aber auch die Sorgen um die Zukunft sind unterschwellig präsent; gerade in einer Zeit, in der es viele Einjahresverträge gibt. Eines meiner Ziele ist sicherlich die EuroLeague. Die NBA ist eine Möglichkeit, aber keine Priorität für mich. Ich schaue einfach, was passiert.
Letzte Frage für heute, die du sicherlich schon häufiger gehört hast. Wenn man dir bei den Freiwürfen zuschaut, dann fällt die ungewöhnliche Position auf. Du stehst nicht, wie praktisch alle anderen, mittig, sondern seitlich versetzt. Wann ist das entstanden – und warum?
(lacht) Ich war schon immer ein guter Freiwurfschütze. Wenn ich aus der Mitte warf, fiel mir auf, dass der Ball, wenn ich mal daneben zielte, auf eine bestimmte Weise abprallte. Anstatt also den Wurf selbst zu korrigieren, habe ich einfach die Position des Wurfs angepasst. Dadurch verbesserte sich meine Quote, also habe ich es beibehalten. Mein College-Trainer – ich weiß nicht, ob er sich überhaupt noch daran erinnert, wann ich die Technik geändert habe – sah mich etwas komisch an und meinte: „Wenn du triffst, sage ich nichts, aber wenn du schlechter wirst und anfängst, daneben zu werfen, ändern wir es wieder zurück.“ Ich traf weiter. Jetzt behalte ich die Technik natürlich bei, und für manche ist es etwas Besonderes, das zu sehen.
Die Fragen stellte Torben Rosenbohm