Trauerfeier für Ehrenpräsident Gerold Lange am 29. September

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Lieber Gerold, wir werden Dich vermissen. Ein Nachruf.

16.09.2022

Hausbesuch: Bernd Materne (r.) überbringt Gerold Lange im Sommer 2021 eine Grußbotschaft zum 20-jährigen Jubiläum der EWE Baskets

Von Bernd Materne

 

Nun bist Du, lieber Gerold, eingeschlafen. Du hinterlässt eine große Schar trauernder Menschen, eine große Lücke.

 

Seit der Mitte der 70er Jahre hast Du Dich dem Basketballsport mit viel Hingabe und Leidenschaft gewidmet.

 

Ich fühle eine große Leere, während ich diese Worte so zu finden versuche, wie sie Dir gebühren.

 

Ich hatte die Ehre, Dich im Jahre 1979 zum ersten Mal richtig kennenlernen zu dürfen. In den Jahren vorher hatte ich schon viel von Ralph Ogden über Dich gehört. Er war Dein Einstieg in den Basketball, nachdem Du bei seiner Verpflichtung entscheidend mitgewirkt hast. In eben diesem Jahr stand ich Dir zum ersten Mal gegenüber. Du warst eine Respektsperson. Du warst freundlich, offen, geradeheraus, vorausschauend. Aber Du konntest auch streng und unnachsichtig sein. Aber Du warst dank dieser Eigenschaften eine großartige Persönlichkeit.

 

Nachdem Du einmal Interesse an diesem wunderschönen Sport gefunden hattest, wurdest Du aktiv und kümmertest Dich um nahezu alles. Spielerverpflichtungen, berufliche und private Unterbringung – und auch ums liebe Geld. Du warst Dir für nichts zu schade. „Dann bin ich auch schon Klinken putzen gegangen“ war eine Aussage, die eine Seite Deines Einsatzes beschrieb. Und dieser Satz prägte auch Deine Einstellung: „Es gab manche schlaflose Nacht, wie das alles finanziell zu stemmen war.“

 

Um Kosten zu sparen, fandest Du eine ganz „einfache“ Lösung zur Entzerrung dieser Herausforderung: Spieler wohnten bei Dir. Du und Deine Elisabeth waren liebe und treue Gastgeber.

Zwei der Spieler sind Dir besonders ans Herz gewachsen: Clinton Ladine und insbesondere Pavel Becka. Er hat Dich sehr oft nach seiner aktiven Zeit besucht. Und aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der EWE Baskets noch einmal. Es war eine große Freude für Dich.

 

Wir haben uns im Laufe der Jahre immer näher kennengelernt. Aus Bekanntschaft wurde Freundschaft. Gerne erinnere ich mich daran, irgendwann in den 80er Jahren in Deinem Büro gesessen zu haben und Du in Deiner knappen und klaren Art sagtest: „Ich heiße Gerold“.

Was für eine Auszeichnung – so mein damaliges Empfinden.

 

Danach gab es viele Gespräche. Mit die wichtigsten in der Mitte der 90er Jahre. Es war für Dich eine Herausforderung geworden, alles zu stemmen. Letztendlich haben Hermann Schüller und Du einen gemeinsamen Weg gefunden. Deine Verbindungen in Oldenburg und die Aktivität von Hermann haben dann die Spielgemeinschaft geschaffen, aus der letztendlich das geschaffen wurde, was heute auch mit Deiner Hilfe bundesweit bekannt ist: Die EWE Baskets Oldenburg.

 

Zuvor gab es noch im Aufstiegsjahr die von Hermann initiierte Reise nach Detroit, um bei einem NBA-Club hinter die Kulissen schauen zu können und um wertvolle Erfahrungen für die weitere Professionalisierung im Oldenburger Basketball zu gewinnen. Und wo Du Deine ganze Ausstrahlung und Souveränität für mich gezeigt hast. Erstmalig über einige Tag auf Reise mit Dir und anderen. Ein unvergessliches Erlebnis.

 

Und dann kam die Aufstiegsrunde gegen Lich und Breitengüßbach. Knappe Niederlage in Lich, dann vor großer Kulisse in der Haareneschhalle zwei Siege. Zum letzten Spiel nach Breitengüßbach war eine große Fangemeinschaft aus Oldenburg unterwegs nach Breitengüßbach. Und Du mit dabei. Nachdem dort der Aufstieg perfekt gemacht wurde, waren Deine Worte: “So, nun geht die Arbeit los.“

 

Und wie sie los ging. Du warst immer ein Anker. Als wir 2009 Deutscher Meister wurden, hat – so glaube ich – niemand so viel Freudentränen vergossen, wie Du. Auch den Pokalsieg 2015 hast Du mit Freuden genossen.

 

Du warst auch in Deinen letzten Jahren immer interessiert. Unsere sonntäglichen 9.30-Uhr-Gespräche waren ein Ritual. War es mal etwas später geworden, kam eine stets freundlich gemeinte Ansage, die so oder so ähnlich klang: „Na, gefeiert gestern?“

 

Nun, lieber väterlicher Freund, hast Du uns verlassen. Wir werden Dich vermissen. Ich werde Dich vermissen. Du hast so viel gegeben. Sehr oft werde ich an Dich denken.

 

Ruhe in Frieden, lieber Gerold.

 

 

Der Autor ist, wie auch Gerold Lange, ein Urgestein des Basketballs in Oldenburg und Westerstede. Bernd Materne war und ist seit Jahrzehnten in vielen Funktionen im Basketball tätig und pflegt Verbindungen, die weit über die Grenzen der Nordwest-Region hinaus gehen. Bernd Materne unterstützt die EWE Baskets in beratender Funktion und bringt sich mit seiner ganzen Erfahrung unter anderem in die PR-Arbeit ein. In der Vergangenheit waren das seine Schwerpunkte: Mitglied der DBB-Schiedsrichterkommission, im Organisations-Team von Damen-Weltmeisterschaft, Herren-Europameisterschaft und Rollstullfahrer-EM sowie der Universiade 1989 im Ruhrgebiet und 25 Jahre lang Mitorganisator des Internationalen Westersteder Osterturniers. In den Jahren 1979 – 1981 hat Bernd Materne den Oldenburger TB in der 2. Liga gecoacht und dort in die Playoffs geführt.