Der 24. Oktober 2025 hielt in der easyCredit Basketball Bundesliga das Aufeinandertreffen der EWE Baskets Oldenburg mit Aufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier bereit. Beim Tipoff in der großen EWE ARENA konnte niemand ahnen, dass sich im Verlauf des Abends Historisches ereignen sollte. Nach und nach aber wurde klar, dass genau das der Fall war: Oldenburgs Chris Clemons traf und traf und traf. Er versenkte 18 seiner 25 Versuche aus dem Feld, blieb bei sieben Freiwürfen fehlerfrei und verbuchte schließlich 52 Punkte; Saisonbestleistung, Club-Rekord und siebthöchste Punkteausbeute in der Liga-Geschichte. Das 108:85 war zudem der erste Erfolg im fünften Saisonspiel.
An diesem Samstag, 2. Mai, steht das Rückspiel auf dem Programm. Nachdem sich die beiden Clubs nach dem ersten Duell zunächst in getrennten sportlichen Welten aufgehalten hatten (Trier siegte in Serie und setzte sich nach oben ab, Oldenburg blieb längere Zeit im Tabellenkeller hängen), haben sie sich zuletzt ein wenig angenähert. Die EWE Baskets liegen mit 14-17 Siegen gleichauf mit Chemnitz und Rostock und dürfen noch auf die Play-Ins hoffen, Trier ist mit 16-15 Erfolgen aus den sicheren Playoff-Plätzen herausgerutscht und muss nun verhindern, die Postseason möglicherweise noch ganz zu verpassen. Tipoff in der SWT-Arena ist um 20 Uhr, Dyn überträgt live (Kommentator: Christoph Knieper).
Die VET-CONCEPT Gladiators zeigten vor allem in der ersten Saisonhälfte beeindruckend konstante Leistungen. Headcoach Jacques Schneider führte den Aufsteiger zunächst zu vier Auftaktsiegen, und auch nach zehn (8-2) und 16 Spielen (11-5) war die Bilanz für einen Neuling außergewöhnlich. An diese Phase konnten die Trierer, bei denen der langjährige Oldenburger Trainer Don Beck als President of Basketball Operations fungiert, nicht ganz anschließen; in den folgenden 15 Spielen gab es zehn Niederlagen. Personell mussten die Verantwortlichen zwischenzeitlich eine herbe Schwächung verkraften, da sich der starke Eli Brooks, der 2024/25 für die EWE Baskets gespielt hatte, zu einem Wechsel nach Spanien entschloss. Seine durchschnittlich 15,3 Punkte (46,7 Prozent Dreierquote) und 4,8 Assists fehlen den Trierern.
Trainer Schneider verfügt über einen tief besetzten Kader, in dem gleich zehn Spieler durchschnittlich mindestens sechs Punkte pro Partie erzielen. Angeführt werden sie von Jordan Roland, der mit 18,4 Punkten aktuell drittbester Scorer der easyCredit BBL hinter Chris Clemons und Vechtas Alonzo Verge ist. Brooks-Nachfolger Steven Ashworth überzeugt mit 11,1 Punkten und 5,7 Assists, Center Marten Linßen kommt in seiner ersten Saison auf Erstliga-Level auf starke 10,8 Punkte und 4,1 Rebounds. An seiner Seite steht Routine pur: Maik Zirbes (7,6 PPG, 4,8 REB), 75-maliger deutscher Nationalspieler, komplettiert das Center-Duo aus der traditionellen Basketballschule.
Um in Trier zu bestehen und dem Ziel Postseason einen weiteren Schritt näherzukommen, müssen die EWE Baskets vor allem defensiv voll auf der Höhe sein. Die Gladiators kommen im Schnitt auf 90,8 Punkte und führen damit die Liga an. Das größte Problem aus Sicht der Mannschaft von Jacques Schneider: Mit 93,3 gegnerischen Zählern pro Partie rangieren sie in dieser wenig liebsamen Statistik auf dem letzten Platz …
Der letzte Oldenburger Auswärtssieg in Trier liegt übrigens schon eine ganze Weile zurück, schließlich waren die Moselstädter über einen langen Zeitraum nicht mehr Teil des Oberhauses. Am 22. Februar 2014 siegten die EWE Baskets mit 82:80, Chris Kramer avancierte mit 19 Punkten zum Topscorer der Gäste. Assistenztrainer an der Seite des damaligen Headcoaches Sebastian Machowski war Ralph Held, der inzwischen als sportlicher Leiter bei den VET-CONCEPT Gladiators tätig ist.