Die EWE Baskets Oldenburg haben ihren Negativlauf in der easyCredit BBL nicht beenden können. Beim EuroCup-Teilnehmer ratiopharm ulm unterlagen die Oldenburger mit 65:81. Alle Spiele der easyCredit BBL seht ihr live bei Dyn.
In einer intensiv und am Ende auch emotional geführten Begegnung gelang es der Mannschaft von Headcoach Milenko Bogicević besonders in der Offensive nicht, das eigene Spiel durchzusetzen. Gegen physische Gastgeber verloren die Gäste Mitte des zweiten Viertels den spielerischen Faden, gerieten zweistellig in Rückstand, konnten diese Phase im Anschluss nicht mehr korrigieren und kontrollierten ihre Emotionen in der Schlussphase nicht.
Vor der Partie hatte Headcoach Milenko Bogicević betont, dass man Ballverluste vermeiden müsse, um Ulm nicht ins Tempo kommen zu lassen. Genau diesen Gefallen taten die Oldenburger den Gastgebern jedoch und erlaubten sich 20 Ballverluste. Dazu fehlte den Gästen die offensive Selbstverständlichkeit. Zu oft geriet die Ballbewegung ins Stocken, die Abschlüsse kamen nicht aus dem Rhythmus, sodass die EWE Baskets nur 47,6 Prozent ihrer Zweier und vier von 21 Dreiern verwandelten (19 Prozent). Lediglich 20 Offensivrebounds konnten positiv verbucht werden. Kapitän Seth Hinrichs wurde mit 18 Punkten und fünf Rebounds zum Topscorer, Demajeo Wiggins erzielte mit 14 Punkten und elf Rebounds ein Double-Double.
Zumindest personell durften sich die Gäste vor der Begegnung jedoch freuen. Le’Tre Darthard und Ja’Qualyn Gilbreath kehrten in den Kader zurück. Während Darthard seine Premiere für die Oldenburger feierte, ging es bei Gilbreath zunächst darum, ihn wieder an die Mannschaft heranzuführen. Zum Einsatz kam der Guard noch nicht.
Die Oldenburger begannen defensiv präsent und kamen nach einem Steal von Roach über Pope zu den ersten Punkten. Insgesamt wirkte die Spielanlage der Gäste zunächst überzeugend, die mehrfach über die Erfahrung von Seth Hinrichs im Post punkteten (12:9). Ulm blieb in dieser Phase vor allem deshalb dran, weil sich die Gastgeber sechs Offensivrebounds im ersten Viertel sicherten und immer wieder an die Freiwurflinie gelangten. Für die EWE Baskets war Darthard bei seiner Premiere mit zwei Dreiern erfolgreich. Weil die Gäste zudem 78 Prozent ihrer Zweier verwandelten, stand nach zehn Minuten eine Führung auf der Anzeigetafel (20:18).
Der Start in das zweite Viertel misslang. Ulm fand seinen Rhythmus und war nun die stärkere Mannschaft. Ballverluste und ein disruptive Foul von Keßen sorgten dafür, dass der Rückstand zweistellig wurde. Zudem fanden die Oldenburger am Brett im zweiten Viertel kein Mittel gegen Shittu, der auf 39:26 stellte. Dennoch hatten die Gäste in den letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit mehrfach die Gelegenheit, den Rückstand deutlich in den einstelligen Bereich zu drücken. Sie nutzten diese Chancen nicht und kassierten mit Ablauf der Halbzeit den Dreier von Rataj (32:44).
Im Anschluss kamen die EWE Baskets nicht mit der nötigen Spannung aus der Kabine und mussten einen 0:6-Lauf hinnehmen (32:48). Erst eine Auszeit brachte die Oldenburger zurück ins Spiel. Vor allem kämpferisch legten die Gäste nun zu, kamen zu vielen zweiten Chancen und ließen auch die Ulmer Offensive zusehends statischer werden. Nach einem Ballgewinn verwandelte Momirov trotz eines Fouls, vergab den Freiwurf, sicherte sich jedoch den eigenen Rebound. Nutznießer dieser Situation war Hinrichs, der den Rückstand in den einstelligen Bereich drückte (41:50). In einer nun wilden Begegnung, in der Ulm offensiv über Einzelaktionen punktete, profitierten die EWE Baskets von Fehlern der Gastgeber. Zum Ende des Viertels verkürzte Hinrichs per Dreier auf 52:60. Ein Rückstand, der bei konsequenterer Nutzung der Freiwürfe deutlich geringer hätte ausfallen können.
Zu Beginn des letzten Viertels verloren die EWE Baskets jedoch wieder die Kontrolle und blieben vier Minuten ohne Punkt. Ulm hielt den Vorsprung nun im zweistelligen Bereich, bevor die Partie emotional wurde. Nach einem unnötig harten Foul von Tylan Pope, das als unsportlich bewertet wurde, gerieten die Trainer verbal aneinander und mussten im Anschluss die Arena verlassen. Kurze Zeit später folgte auch Tylan Pope mit einem disqualifizierenden Foul. Die Begegnung war nun von einer hohen Oldenburger Foulbelastung geprägt. An der verdienten Niederlage änderte sich nichts.