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Spielbericht

Telekom Baskets Bonn - EWE Baskets Oldenburg 108:79

EWE Baskets können Titelkandidaten Bonn nicht aufhalten

21.01.2023

 Bild:Jörn Wolter

Boxscore

NR Spieler ESZ PKT 2PM 2PA 3PM 3PA FTM FTA DR OR AS ST TO BS PF

Ersatzgeschwächte EWE Baskets Oldenburg haben am Samstagabend die sechste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Beim Titelkandidaten Telekom Baskets Bonn sorgte eine Schwächephase Ende der ersten Halbzeit für die Entscheidung der Begegnung, die mit 108:79 an die Gastgeber ging. Oldenburg rutscht damit in der easyCredit BBL auf den sechsten Tabellenplatz ab.

Selbst in Bestbesetzung sind die Bonner in der aktuellen Saison eine enorme Herausforderung, sind vor den eigenen Fans noch ungeschlagen. Den EWE Baskets Oldenburg, die auf die längerfristig verletzten Kenneth Ogbe und Rihards Lomazs verzichten mussten, bei denen aber auch Max DiLeo angeschlagen nicht auf dem Parkett stehen konnte, fehlte angesichts der Personalsituation Kraft und Tiefe in der Rotation, um den großartigen knapp 100 mitgereisten Fans den Sieg zu schenken. Zudem brachten die Gäste sich besonders auf den großen Positionen früh in Foulprobleme. Eine Situation, die nach ausgeglichenen ersten 15 Minuten in einen 2:20-Lauf führte. Wenige Minuten sorgten für einen Rückstand von 20 Punkten zur Halbzeit.

Weil Bonn in MVP-Kandidat TJ Shorts (30 Punkte, sieben Assists) den überragenden Mann auf dem Parkett hatte und 18 Dreier bei 55 Prozent Trefferquote verwandelte, hatten die EWE Baskets keine Chance auf das Comeback. Dabei entschieden die Oldenburger das Reboundduell (34:27, 14 Offensivrebounds) gegen das beste Reboundteam der BBL für sich und erlaubten sich nur elf Ballverluste.

MaCio Teague wurde mit 17 Punkten zum Topscorer, sammelte dazu 6 Rebounds und drei Assists. DeWayne Russell kam auf 13 Punkte und sieben Assists, auch Alen Pjanic überzeugte erneut mit 13 Punkten. Dazu punkteten Trey Drechsel (12 Punkte, fünf Rebounds), Tanner Leissner (11 Punkte, fünf Rebounds) und Owen Klassen (10 Punkte, vier Rebounds) zweistellig.

Beide Teams entfachten ab der ersten Minute ein Offensivfeuerwerk mit wahnsinnig hohem Tempo und die EWE Baskets fanden gut ins Spiel. Zwei Dreier von Drechsel stellten auf 8:3, auf der Gegenseite antwortete zunächst vor allem TJ Shorts. Die Gäste suchten die Größenvorteile von Teague gegen Shorts und der Oldenburger Guard schloss aus dem Post per Dreipunktspiel ab. Drechsel, der kurze Zeit später mit dem zweiten Foul früh auf die Bank musste, erhöhte in einer Partie, in der es noch keinen Fehlwurf aus dem Feld gab, von der Dreierlinie auf 14:8. Dafür ließen die Gäste Chancen von der Freiwurflinie liegen, Bonn fand besser in das eigene Spiel, verwandelte wie Oldenburg fünf Dreier im ersten Abschnitt, doch Pjanic aus der Ecke und Russell per Buzzer Beater von der Mittellinie hielten die EWE Baskets auf Schlagdistanz (29:30).

Auch im zweiten Viertel blieben die Gäste zunächst im Spiel und agierten weiter stark als Team. Erst fand Teague mit einem hervorragenden Pass den zum Korb cuttenden Leissner, dann sorgte Klassen per Tip-In für das 33:35 für die gut reboundenden Oldenburger. Dann spielte Russell den überragenden Assist auf den zum Korb cuttenden Pjanic, der den Alley oop per Dunk vollendete. Insgesamt bekamen die EWE Baskets, bei denen Agbakoko und Klassen drei Fouls hatten, nun aber angesichts der kurzen Rotation und Foulproblemen immer deutlichere Schwierigkeiten. Bonn warf sich mit dem überragenden Shorts, der zur Halbzeit bereits 25 Punkte auf dem Konto hatte, in einen Rausch, überrollte die Gäste förmlich mit einem 20:2-Lauf und führte innerhalb weniger Minuten mit 61:41.

Nach Wiederbeginn hatten die EWE Baskets, für die zunächst Agbakoko per Tip-Dunk traf, sich stabilisiert. Zudem hatten beide Teams den Fuß etwas vom Gaspedal genommen. Gute Aktionen von Teague und Russell verhinderten, dass die Gastgeber sich weiter absetzten, während die Bonner Stabilität ein Oldenburger Comeback unmöglich machte.  Stattdessen erhöhten die Gastgeber gegen das dezimierte Team von Pedro Calles nach 30 Minuten auf 83:58.

Nun war deutlich zu spüren, dass die Beine bei den Close-outs und Hilfen in der Defensive immer schwerer wurden, so dass die Gastgeber viele offene Dreier bekamen, die sie mit deutlich über 50 Prozent verwandelten und sich Stück für Stück weiter absetzten. Oldenburg aber kämpfte jederzeit weiter, verhinderte durch fünf Punkte von Leissner in Serie einen noch deutlicheren Rückstand, konnte aber die Bonner Offensive an diesem Abend nicht stoppen.



Tabelle

PL TEAM PKT
2ALBA BERLIN62:6
3FC Bayern München50:18
4EWE Baskets Oldenburg44:24
5MHP RIESEN Ludwigsburg38:30
6BG Göttingen38:30
7ratiopharm ulm36:32

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Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo: (Head Coach Telekom Baskets Bonn):

„Unsere Defense im ersten Viertel war eine der schlechtesten, die wir dieser Saison gespielt haben. Wir müssen Oldenburg Respekt zollen: Sie waren sehr gut vorbereitet und wussten genau, was und wie sie attackieren wollten. Sie haben sich gute Wurfchancen im ersten Viertel kreiert. Der Schlüssel zum Sieg war für mich, dass wir uns darauf im zweiten, dritten und vierten Viertel einstellen konnten und dass die Oldenburger Big Men in Foulprobleme geraten sind. In der Offensive waren mehrere meiner Spieler sehr aggressiv, nicht nur TJ Shorts II, der eine unglaubliche erste Halbzeit gespielt hat. Viele Spieler, die gegen Berlin vielleicht etwas zögerlich gespielt haben, waren heute deutlich aggressiver. Das war einer der Hauptpunkte in der vergangenen Trainingswoche, dass wir immer fünf Spieler auf dem Feld haben, die allesamt aggressiv spielen können. Jetzt beginnt für uns eine unglaublich schwere Phase: Wir spielen am Mittwoch gegen Bahcesehir College und danach innerhalb drei Wochen fünf Auswärtsspiele in Folge ohne einen freien Tag.“ 

Pedro Calles (Head Coach EWE Baskets Oldenburg):

„Ich gratuliere Bonn zum wohl verdienten Sieg. Sie spielen sehr guten Basketball und haben dies heute Abend erneut getan. In der ersten Halbzeit haben wir für 16, 17 Minuten unseren Gameplan umgesetzt. Aufgrund von Foulproblem mussten wir dann mit einer Aufstellung spielen, die überhaupt nicht funktioniert hat, die wir aber wegen der Fouls nicht mehr ändern konnten. Dadurch konnte Bonn einen 15:0-Lauf starten und war mit 20 Punkten in Front. Von diesem großen Rückstand konnten wir uns nicht mehr erholen. Es lag nicht am Einsatz. Um gegen Teams wie Bonn mitzuhalten, müssen wir unsere Disziplin verbessern.“