Vor dem 34. und damit letzten Spieltag der regulären Saison in der easyCredit Basketball Bundesliga hat sich die Situation im Rennen um die Play-In-Plätze noch einmal zugespitzt. Sechs Teams kämpfen um die Ränge sieben bis zehn – zwei von ihnen gehen am Sonntagabend in die Sommerpause. Mittendrin: die EWE Baskets Oldenburg. Sie bilden gemeinsam mit vier anderen Clubs ein Quintett, das mit einer Bilanz von 16-17 gleichauf liegt; Ludwigsburg ist mit 17-16 aktuell Siebter.
Die Rechnung für die Oldenburger ist einfach: Gewinnen sie ihr letztes Hauptrundenspiel, stehen sie in den Play-Ins. Die Vokabel „einfach“ ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn unter den Postseason-Aspiranten stehen die Schützlinge von Trainer Lazar Spasic vor der schwierigsten Aufgabe: Sie gastieren am Sonntag ab 16.30 Uhr (alle neun Spiele haben dieselbe Tipoff-Zeit, alle laufen live bei Dyn) beim Tabellenführer und Titelverteidiger FC Bayern Basketball.
Die Münchner können sich unter Regie von Headcoach Svetislav Pesic aus allen Rechnungen und Spekulationen heraushalten: Dank einer Bilanz von 28-5 stehen sie längst als Hauptrundenprimus fest und hätten auf dem Weg zum nächsten Titel in allen möglichen fünften Spielen den Heimvorteil in den Händen. Zuletzt siegten sie mit 86:78 bei den MHP RIESEN Ludwigsburg und fuhren dabei ihren mittlerweile achten Sieg in Serie ein.
Der tiefste Kader der easyCredit BBL sorgt dafür, dass Trainerfuchs Pesic trotz einiger Verletzungssorgen von Spieltag zu Spieltag die Qual der Wahl hat, wer es in das Zwölfer-Aufgebot schafft. Angeführt wird die Mannschaft von Welt- und Europameister Andi Obst, der just zum MVP der Hauptrunde gewählt wurde und mit durchschnittlich 16,6 Punkten pro Partie die erfolgreichste Saison seiner Karriere auf das Parkett legt. Eine ganze Schar an weiteren aktuellen und ehemaligen deutschen Nationalspielern läuft für die Bayern auf: Oscar da Silva, Johannes Voigtmann, Leon Kratzer, Justus Hollatz, Elias Harris und Niels Giffey stehen für Zuverlässigkeit und Qualität.
Und auch die Importspieler liefern viel Klasse und zum Teil enorme Erfahrung: Vladimir Lucic, Justinian Jessup, Xavier Rathan-Mayes, Isiaha Mike, Wenyen Gabriel, David McCormack und Nenad Dimitrejevic hatten alle bereits wichtige Phasen im Verlauf der Saison, während Stefan Jovic und Kamar Baldwin zuletzt mit Verletzungen ausfielen; Rokas Jokubaitis kam aufgrund eines Kreuzbandrisses bei der EM gar nicht zum Einsatz.
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Münchner am Sonntag die Zügel schleifen lassen; schließlich gilt es für sie, den Rhythmus mit Blick auf die Playoffs aufrechtzuerhalten. Ihr erstes Viertelfinalspiel steht erst am Sonntag, 17. Mai, auf dem Programm – gegen ein Team, das sich am Dienstag und Donnerstag zunächst durch zwei mutmaßlich höchst intensive Play-In-Spiele kämpfen muss. Vielleicht ja sogar die EWE Baskets?
Die easyCredit BBL hat nachgerechnet und kommt zu diesem Schluss: Oldenburg wird mit einem Sieg mindestens Zehnter, aber verpasst bei einer Niederlage in 21 von 32 möglichen Konstellationen (66 Prozent) die Play-Ins. Mögen die Spiele beginnen!