Am Samstag (18.30 Uhr) stehen die EWE Baskets Oldenburg vor einer hohen Auswärtshürde. Dann ist die Mannschaft von Milenko Bogicević zu Gast beim EuroCup-Teilnehmer ratiopharm ulm. Alle Spiele der easyCredit BBL seht ihr live bei Dyn. Die Fans der EWE Baskets können die Partie gemeinsam im Schirrmann‘s beim Public Viewing verfolgen.
Die Ausgangssituation: Es ist das Duell zweier Teams, die zuletzt etwas aus dem Tritt geraten sind. Während die EWE Baskets mit vielen Verletzungssorgen und daraus resultierenden kurzen Rotationen den starken Saisonstart nicht halten konnten und vier Partien in Serie verloren, stehen die Ulmer bei fünf Niederlagen in Serie auf nationalem Parkett. Der 86:68-Erfolg im EuroCup bei Lietkabelis am vergangenen Dienstag deutet in Verbindung mit der über weite Strecken guten Leistung in Berlin jedoch darauf hin, dass die Ulmer sich langsam besser finden. In jedem Fall begegnen sich zwei Teams, die alles für einen Erfolg am Samstag geben werden.
Zuletzt hatten die Oldenburger auch infolge der Verletzungsprobleme und der deutlich verkürzten Rotation jeweils nur 30 Minuten auf gutem Niveau agieren können und gingen gegen Bonn und Bamberg mit Siegchancen in das letzte Viertel. Es folgten ein 6:20 (Bamberg) und ein 9:26 (Bonn). Am vergangenen Freitag waren es neun Ballverluste im letzten Abschnitt und eine Dreierquote von 17 Prozent, die für die Niederlage sorgten.
Ein positives Signal war gegen Bamberg die Leistung von Tylan Pope. Der eigentlich auf der Position des Power Forwards beheimatete Neuzugang musste gegen Bamberg überwiegend als Small Forward agieren und überzeugte in ungewohnter Rolle mit 17 Punkten und vier Rebounds. Ob Pope und seine Teamkollegen gegen Ulm bereits auf zusätzliche Unterstützung setzen können, entscheidet sich kurzfristig. Mit Ja'Qualyn Gilbreath, Le’Tre Darthard und Nate Johnson stehen drei Akteure kurz vor einem Comeback. Ob dies bereits gegen Ulm erfolgt, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wollen die Oldenburger den ersten Sieg in Ulm seit dem 26.12.2020 einfahren. Seither folgten sieben Niederlagen in Folge an der Donau.
Der Gegner: Die Gastgeber stehen aktuell in ungewohnten Tabellengefilden. Der 14. Platz zeigt, dass die Ulmer noch nicht zu ihrem gewünschten Spiel gefunden haben. Zuletzt setzte es Niederlagen gegen Würzburg, beim MBC, in Vechta, im Pokal gegen Hagen und bei ALBA BERLIN. Gerade die gute Leistung in Berlin dürfte in Kombination mit dem Sieg im EuroCup das Selbstvertrauen jedoch gestärkt haben.
Die noch fehlende Stabilität im Team dürfte auch mit dem großen Umbruch zusammenhängen. Mit Thorsten Leibenath ging einer der Garanten des Ulmer Erfolgs der letzten Jahre. Dazu mussten die Gastgeber ihren gesamten deutschen Kern um Nelson Weidemann, Christian Sengfelder, Thomas Klepeisz und Tobias Jensen ziehen lassen. Weil auch alle ausländischen Leistungsträger den Club verließen, muss Ulm neu aufbauen.
Im neuen Team stechen Verpflichtungen heraus: Michael Rataj, der einst in Ulm ausgebildet wurde, kehrte vom deutschen Meister ALBA BERLIN zurück. Ein echter Coup, den Rataj mit bisher 16 Punkten, 5,2 Rebounds und 42,9 Prozent Dreierquote bestätigt. Aus Bamberg kam Pokalsieger und MVP-Kandidat Ibi Watson (13,2 Punkte, 3,2 Assists), der aus der Scorer-Rolle in Franken in Ulm auch verstärkt in die Creator-Rolle rückt.
Jedoch sind auch die weiteren Import-Spots gut besetzt. Jaylen Sims bringt mit 1,98 Metern enorme Physis, Größe und Athletik für einen BBL-Guard mit. Der 18-Jährige Adam Atamna gilt als zukünftiger NBA-Kandidat. Armel Traoré (9,8 Punkte, 4,3 Rebounds), der bereits Euroleague-Erfahrung sammelte, und Oluwasimisola Shittu (9,0 Punkte, 7,8 Rebounds), der im Vorjahr in Braunschweig begeisterte, verfügen ebenfalls über große Athletik.