Die Oldenburger Basketballgeschichte hat ein weiteres Highlight-Spiel. Nach einer schwachen ersten Halbzeit und zwischenzeitlich 26 Punkten Rückstand drehten die EWE Baskets Oldenburg das Nordduell gegen die Veolia Towers Hamburg. Mit dem 75:74-Erfolg vor 6.500 Zuschauern in der Großen EWE Arena, die das Team zum Comeback trugen, übernehmen die Gastgeber vorübergehend die Tabellenführung.
Es war ein Sonntag, der einmal mehr zeigte, warum Basketball so ein faszinierender Sport ist. Knapp über 20 Minuten wirkten die EWE Baskets müde und ohne Rhythmus, lagen zwischenzeitlich 26 Punkte zurück. Es waren nur kleine Funken, die Team und Fans wieder in das Spiel brachten. Im Anschluss rollten die Oldenburger phasenweise über die Towers hinweg und erkämpften sich die enge Crunchtime. Angetrieben von überragenden Fans trafen Zach Ensminger und Jeremy Roach am Ende die Big Shots zum Erfolg.
Die EWE Baskets drückten schließlich die Wurfquote der Gäste auf 38 Prozent, entschieden das Reboundduell mit 40:32 für sich. Nicholas Tischler wurde mit 21 Punkten zum Topscorer. Zach Ensminger (15 Punkte, 6 Assists, 5 Rebounds) zeigte eine überragende Partie. Jeremy Roach (10 Punkte) und Tylan Pope (10 Punkte, 4 Rebounds) punkteten zweistellig. Demajeo Wiggins (6 Punkte) sammelte erneut elf Rebounds.
Die Oldenburger, die neben Darthard und Momirov auch auf Nate Johnson, dessen Verletzung in den nächsten Tagen evaluiert wird, verzichten mussten, wirkten ab der ersten Sekunde nicht im Spiel, erlaubten sich schnell drei Ballverluste. Nur dank der guten Transition-Defensive waren die EWE Baskets nicht deutlich zurück, obwohl gleich sechs Minuten bis zu den ersten Punkten vergingen. Tischler und Ensminger brachen aus der Distanz den Bann (6:8). Weiterhin fanden die Gastgeber jedoch nicht zu ihrer Struktur, Hamburg setzte sich zweistellig ab und führte 19:8 nach zehn Minuten, weil Oldenburg sich acht Ballverluste erlaubte und nur 3 von 16 Versuchen aus dem Feld verwandelte.
Gleichzeitig gelang es den EWE Baskets Anfang des zweiten Viertels zunächst, den Rückstand zu begrenzen. Ensminger verwandelte aus der Distanz zum 15:24. Während in dieser Phase noch die Hoffnung herrschte, langsam ins Spiel zu finden, zerstörten die Hamburger den Gedanken mit jeder Minuten. Konsequent und physisch spielten die Gäste, trafen gute Entscheidungen und setzten sich zur Halbzeit auf 23 Punkte (46:23) ab.
Bis auf 26 Punkte wuchs der Rückstand, ein Statement-Dunk von Breunig schien zu zeigen, dass dieses Spiel verloren war. Intensivere Defensive und Dreier von Tischler, Keßen und Roach verkürzten jedoch auf 14 Punkte Rückstand. Jeder in der Großen EWE Arena spürte nun, dass in diesem Spiel etwas möglich war und es herrschte Playoff-Atmosphäre. Auch am offensiven Brett arbeiteten die Gastgeber stark und waren nach 30 Minuten auf sieben Punkte heran.
Die EWE Baskets machten es den Towers, die vom Spielverlauf beeindruckt wirkten, nun in jedem Angriff schwer. Nach einem Ballgewinn von Roach vollendete Tischler zum ersten Ausgleich (66:66). Den Hamburger antworteten und gingen mit einer Führung in die letzte Minute. Ein Dreier von Ensminger brachte mit 36 Sekunden Restspielzeit die Arena zum Kochen (73:71). Hamburg antwortete eiskalt mit Breunig aus der Distanz. Jeremy Roach hatte jedoch das letzte Wort und traf sechs Sekunden vor dem Ende zum Sieg.