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Achterbahnfahrt der Gefühle: Zwischen Play-In-Aus und Top-4-Triumph

23.05.2024

Die Mannschaft der EWE Baskets nach dem letzten Spiel der Hauptrunde. Foto: Ulf Duda

Ein abruptes Ende. Und ein Schlussstrich unter eine Saison, die die EWE Baskets Oldenburg und seine Fans ordentlich durchgeschüttelt hat. Dennoch: In Gänze hat sich vieles im Club und drumherum nach vorne bewegt und weiterentwickelt.

Bei bestem Wetter hatten die EWE Baskets am vergangenen Freitagnachmittag ihre Fans zum traditionellen Saisonabschluss auf dem Club-Gelände geladen. Dabei hingen seit der Niederlage gegen Hamburg und dem damit verbundenen Ausscheiden in den Play-Ins wenige Tage zuvor dicke, dunkle Stimmungswolken über allen Beteiligten.

Über Pfingsten haben die Clubführung und die sportliche Leitung die abgelaufene BBL-Saison analysiert. Hermann Schüller, Srdjan Klaric und Pedro Calles sind in Klausur gegangen, um nach einer Bewertung der Spielzeit auch schon erste Schritte für die kommende Saison in die Wege zu leiten. Besonders auf das Stimmungsbarometer haben die zahlreichen Ausfälle und die daraus entstandenen Konsequenzen gedrückt, die das Team immer wieder in der abgelaufenen Saison erwischte. Insgesamt 18 einzelne Verletzungsausfälle mussten die EWE Baskets kompensieren. Über eine längere Phase Mitte der BBL-Saison und gegen Ende der Hauptrunde in der Basketball Champions League stand eine komplette Erste Fünf nicht zur Verfügung.

Von 34 Spielen in der Hauptrunde hat das Team von Head Coach Pedro Calles trotz der personellen Rückschläge immerhin noch 18 Spiele gewonnen. In der vorangegangenen Saison hätten 18 Siege für Platz sieben gereicht. Die besten Saisonphasen lagen zu Beginn, in der Mitte und am Ende. Nach den ersten sechs BBL-Partien hatte das Team fünf Siege eingefahren, bevor die ersten Verletzungen ihr Unwesen trieben. Damals wurde am 2. Spieltag sogar der FC Bayern mit zehn Punkten Unterschied bezwungen. Im Zeitraum von Mitte bis Ende Januar gelangen den da stark dezimierten Oldenburgern drei umjubelte Siege in Folge. Und auf der Zielgerade der Hauptrunde hatten die EWE Baskets ihre stärkste Phase mit acht Siegen aus zehn Begegnungen. Darunter fielen Statement-Siege in Rostock (99:64) und Vechta (88:82), allerdings auch eine Niederlage in Göttingen, die vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde mit Blick auf die spätere Tabellenkonstellation richtig ins Kontor schlug.

Die Hauptrunde endete auf Platz neun, mit der Play-In-Niederlage werden die Oldenburger abschließend als Zehnter in die Geschichtsbücher der Saison 2023/2024 eingehen. Unter dem Strich ist das für die Ansprüche der EWE Baskets zu wenig. Allerdings hatte die Saison neben Schatten auch einiges an Lichtblicken zu bieten, insbesondere wenn man an die Zukunft denkt. Mit Norris Agbakoko (über 19 Minuten pro Spiel) und Len Schoormann (über 22 Minuten) haben zwei junge deutsche Spieler nicht nur große Schritte in ihrer Entwicklung gemacht, sondern sind auch feste Bestandteile der engeren Rotation geworden. Schoormann wurde zum zweitbesten U22-Spieler der abgelaufenen BBL-Saison gewählt. Zudem hat kein anderer deutscher U22-Spieler mehr Minuten gespielt und mehr Punkte erzielt als Schoormann.

Überhaupt hat sich gerade im Verlauf der vergangenen zwölf Monate viel im Nachwuchsbereich, aber auch abseits des Parketts bei den EWE Baskets getan. Zwei Teams sorgten beim Top 4 der NBBL und JBBL für Furore. Die U17 der EWE Baskets Juniors wurde unlängst nach dem Final-Sieg über ALBA Berlin Deutscher Meister. Oldenburgs U19 holte nach einer starken Saison die Vizemeisterschaft. Djordje Klaric wurde zum JBBL Rookie of the Year gewählt und beim Top 4 in Berlin zum Turnier-MVP gekürt.

Die vor zwei Jahren auf den Weg gebrachte Vier-Säulen-Strategie des Clubs (BBL-Team, Nachwuchsförderung, Campus und soziale Projekte) trägt somit bereits erste Früchte. Auch die Arbeit des Kooperationspartners Baskets4Life e.V. befeuert die Entwicklung der EWE Baskets von unten. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden so erreicht, was sich unter anderem auf den Zuschauerschnitt bei BBL-Heimspielen bemerkbar macht. Seit 28 Spielen in Folge sind die EWE Baskets ausverkauft. Seit erreichen der 4.000er-Marke sind Dauerkarten nur noch über eine Warteliste zu erstehen.

Ein Sommer voller Arbeit wartet auf die EWE Baskets. Während die EWE Baskets vor allem die Zusammenstellung des BBL-Teams im Fokus haben, hat sich der Kooperationspartner Baskets4Life e.V. einige Projekte vorgenommen. Ende Juni steigt erstmals das VIEROL 3x3 Turnier auf dem Streetball Court in der Maastrichter Straße mit bis zu 48 Teams, Anmeldungen sind noch bis 9. Juni über den Baskets4Life e.V. möglich. Und bevor die neue Saison startet ist auf dem zukünftigen Campus-Areal Baubeginn für eine neue Drei-Feld-Halle, die die Möglichkeiten für die Nachwuchsförderung aber auch für den Breitensport in der Stadt Oldenburg erweitert.

Hermann Schüller, geschäftsführender Gesellschafter:
„Die Treue der Fans hat mich am meisten beeindruckt. Obwohl es über einige Strecken hinweg nicht lief, hat ihr Support uns viel gegeben und uns immer wieder aufgerichtet. Wir spüren, dass die Basis immer breiter wird und der positive Druck von unten dank sozialer Projekte, die besonders auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind, steigt. Es lohnt sich, in die Jugend zu investieren. Diesen gemeinsamen Weg mit dem Baskets4Life e.V. werden wir konsequent weiterverfolgen, wenn in diesem Sommer mit Baubeginn der Drei-Feld-Halle unser Campus für Oldenburg konkrete Formen annimmt. Natürlich sind wir mit dem Ausgang der BBL-Saison nicht zufrieden. Aber wir setzen die nächsten Meilensteine, damit wir nachhaltigen Erfolg auf allen Ebenen sichern.“

Pedro Calles, Head Coach:
„Aufgrund der zahlreichen Verletzungen hatten wir Probleme, als Team im Verlauf der Saison zu wachsen. Trotz dieser Umstände haben wir 18 Siege geholt. Das hat in der Saison davor noch für eine Playoff-Teilnahme gereicht. Dieses Jahr hat es uns immerhin noch in die Lage versetzt, den Sprung in die Playoffs schaffen zu können. Den dafür nötigen ersten Sieg haben wir jedoch leider verpasst.“

Srdjan Klaric, sportlicher Leiter:
„Es war eine bitter-süße Saison, gerade für mich, der im gesamten sportlichen Bereich mit BBL-Team und Nachwuchsbereich stark involviert ist. Auf der einen Seite habe ich eine solch verrückte Situation mit so vielen Verletzten noch nie erlebt. Auf der anderen Seite ist es unglaublich erfüllend, sowohl mit der JBBL und der NBBL beim Top 4 einer wahnsinnig starken Saisonleistung die Krone aufzusetzen. Eine Saison, in der sich tolle Leistungen wie die Auswärtssiege in Vechta oder Hamburg, der Sieg gegen die Bayern mit schmerzvollen Niederlagen wie in Göttingen oder Tübingen abgewechselt haben. Im Prinzip fühlte sich das Top-4-Wochenende mit unseren Nachwuchsteams und nur zwei Tage danach das Play-In-Aus wie ein Konzentrat der gesamten Saison an: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle.“