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Sport als Wirtschaftsfaktor: Die Tiefenwirkung der EWE Baskets in der Region

07.03.2024

 Daniel Pleines, Leiter Marketing EWE Baskets, spricht bei der Podiumsdiskussion von i2b

Und erneut: Ausverkauft! Die EWE Baskets Oldenburg erreichen so viele Menschen wie noch nie zuvor in zweieinhalb Jahrzehnten. Dass die Große EWE Arena am kommenden Samstag am 23. Spieltag der easyCredit BBL zum 21. Mal in Folge mit 6.200 Fans wieder randvoll gefüllt sein wird, ist Ausweis einer über Jahre hinweg nachhaltigen Strategie - und mit Blick auf dringend benötigtes Wachstum zur Sicherstellung der Konkurrenzfähigkeit perspektivisch aber durchaus auch ein Problem.

 

Der Club aus der Basketball-Bundesliga, der seit 20 Jahren zudem regelmäßig in internationalen Wettbewerben die deutschen Farben und nicht zuletzt Oldenburg vertritt, setzt auf eine Mischung aus emotionalem Arena-Erlebnis und gesellschaftlicher Verantwortung und stößt damit deutlich an Kapazitätsgrenzen. "Bei einigen Spielen hätten wir in dieser Saison zwischen 8.000 und 10.000 Tickets verkaufen können", sagte Daniel Pleines, Leiter Marketing der EWE Baskets, auf einer Podiumsdiskussion des Netzwerks "idea 2 business" (i2b) am Dienstagabend, an dem auch Hubertus Hess-Grunewald (Präsident des SV Werder Bremen), Andreas Lampe (Geschäftsführer der VfL Handball-Frauen), Holger Völling (Sportdirektor Oldenburg Knights) sowie Michael Weinberg (Geschäftsführer VfB Oldenburg) teilnahmen.

 

Thema der Runde, die sich auf der Bühne im CORE Oldenburg mit Moderator Axel Pusitzky (Radio Bremen) versammelt hatte, war: "Die Metropolregion ist sportlich - Wirtschaftliche Bedeutung?" Sport ist emotional. Sport ist sozial. Sport ist aber auch wirtschaftlich zu beurteilen, insbesondere der Spitzensport. Unter dieser Prämisse beschrieben die fünf Diskutanten ihr Sport-Business samt Rahmenbedingungen.

 

Zusammen mit dem Baskets4Life e.V. bewirken die EWE Baskets viel Positives in der Nordwest-Region. Soziale Projekte wie StreetBaskets4Life und BASKita helfen Kindern und Jugendlichen bei der Integration und bei Mobilität. "Auch hier spüren wir, wie sehr die EWE Baskets in der Gesellschaft verankert sind. Unsere Kreise werden immer größer", so Pleines. Die Zeichen im deutschen Basketball stehen auf Fortschritt und Wachstum. "Triple Double“, die neue Zehn-Jahres-Strategie der BBL und seiner 18 Clubs, beinhaltet neben wirtschaftlichen Faktoren - so sollen sich die Etats der Clubs im Laufe eines Jahrzehnts verdoppeln - auch gesellschaftspolitische Themen wie Nachhaltigkeitsverpflichtungen, über deren Einhaltung ein Anforderungskatalog wacht und der Teil des Lizensierungsverfahren ist.

 

Die Abstrahleffekte für die Stadt Oldenburg liegen nicht nur in einem mittleren sechsstelligen Betrag auf der Steuereinnahmen-Seite. Fast im wöchentlichen Rhythmus werden in einer 170.000-Einwohner-Stadt über 6.000 Menschen in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt und zu Gastro-Unternehmen und touristischen Einrichtungen bewegt. Darüber hinaus profitieren nicht nur die 130 Sponsoren der EWE Baskets von diesem Standort-Marketing für die Region.

 
Sponsoring im modernen Sport-Business ist weitab von Spenden- und Mäzenatentum. „Das ist klar definierte Leistung und Gegenleistung, die vertraglich geregelt ist. Und das funktioniert vor allem deswegen, weil über Jahrzehnte Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der EWE Baskets aufgebaut wurde. Das Geld bekommt man jedenfalls nicht geschenkt“, so Pleines.

 

Es ist eine Erfolgsgeschichte, Oldenburg unter den Top 4 Clubs im deutschen Basketball dauerhaft etabliert zu haben. "Die Kleine EWE Arena entstand auf Initiative der EWE Baskets, die damals dafür sorgten, dass sich einige Sponsoren am Bau beteiligt haben. 30 Prozent kamen über die Sportstätten-Förderrichtlinie seitens der Stadt. Dagegen wurde die Große EWE Arena explizit nicht für die EWE Baskets gebaut. Vielmehr musste ein nicht mehr zeitgemäßes Hallenensemble weichen, damit die WEH weiterhin im Messe- und Veranstaltungs-Geschäft konkurrenzfähig bleibt. In der Konzeption und Realisierung der Arena waren die EWE Baskets jedenfalls nicht eingeplant. Erst viel später hat man sich dazu entschieden, von der Kleinen in die Große EWE Arena zu gehen. Mit einem fast siebenstelligen Betrag pro Saison sind die EWE Baskets ein entscheidender Ankermieter für die Wirtschaftlichkeit der Weser-Ems-Hallen GmbH", sagte Pleines am Rande der i2b-Veranstaltung. Und selbst die 6.200 Zuschauer fassende Halle stößt mittlerweile mit Blick auf die Ambitionen des Clubs an seine Grenzen.

 

Das Arena-Erlebnis, die ganze Emotionalität, die Dynamik des Spiels vor regelmäßig ausverkauftem Haus ist der Nukleus. Darüber haben es die EWE Baskets neben zwei Titeln (Meister 2009, Pokalsieger 2015) stets geschafft, Identifikationsfiguren in ihren Teams aufzubauen, die eine bundesweite Wirkung erzielen. Nicht nur Rickey Paulding, der wie kein anderer Star in der Bundesliga die Verbundenheit zu einem Club und einer Stadt glaubhaft repräsentiert, sondern auch Fan-Lieblinge wie Rasid Mahalbasic, Philipp Schwethelm und aktuell DeWayne Russell sind zu Botschaftern Oldenburgs geworden.

 

Die EWE Baskets haben auch dank solcher Protagonisten Reichweite aufgebaut. Die Follower-Zahl auf den Social-Media-Kanälen hat sich im Verlauf der vergangenen Jahre auf 100.000 verdoppelt. Kein anderer Sport-Club aus Oldenburg kommt annähernd an diesen Wert heran und die Anzahl der Unique User der Club-Website bewegt sich auf ähnlichem Niveau. Die Aufmerksamkeit auf digitalen Kanälen spiegelt sich bei Heimspielen wider: Erst kürzlich wurde Dauerkarte Nummer 4.000 verkauft - Bestwert im deutschen Basketball-Oberhaus.