Interview mit Headcoach Mladen Drijencic über die Vorzüge des Trainingslagers in Zlatibor, seine Eindrücke der ersten Trainingseinheiten und die jungen Spieler, die mit nach Serbien reisen durften.
Mladen, wie ist dein Eindruck nach den ersten Einheiten in Zlatibor. Was sagt dein Gefühl?
[Schmunzelt] Mein erstes Gefühl sagt, dass wir arbeiten müssen. Wir hatten einen langen ersten Tag, waren insgesamt 12 Stunden unterwegs. Das ist für mich als Trainer und auch für die Spieler nicht einfach, direkt am Abend nach der Anreise in die Halle zu gehen. Natürlich passe ich das Training dann auch an, habe ohne Kontakt trainieren lassen, weil die Konzentration nicht auf dem höchsten Level sein kann. Trotzdem haben alle Spieler mitgezogen und ein Training mit hoher Intensität absolviert.
Du hast es selber gesagt, die Reise nach Zlatibor war lang. Was gibt für dich den Ausschlag, trotzdem nach Serbien zu kommen?
Zuerst ist Zlatibor ein wirklich schöner Ort, hier ist alles sehr naturbezogen. Wir sind hier außerdem etwas außerhalb der Aufmerksamkeit, können uns ganz auf Basketball konzentrieren. Die Wege sind extrem kurz. Wir erreichen alles zu Fuß innerhalb von fünf Minuten. Die Angestellten lesen uns jeden Wunsch von den Lippen ab. Kurz gesagt: Für uns sind hier perfekte Bedingungen. Gleichzeitig sind wir nicht völlig abgeschnitten vom Leben um uns herum. Auf dem Rückweg bekommen wir in Belgrad noch zwei Testspiele gegen sehr starke Gegner, ohne dafür noch einen Umweg machen zu müssen. Dafür lohnt sich der lange Weg hierher.
Abgesehen von den Bedingungen herrscht hier auch eine besondere Stimmung. Was macht die für dich aus?
Hier treffen sich viele verschiedene Sportler und Sportarten auf einem Fleck. Beachvolleyballer, Fußballer, Basketballer habe ich schon getroffen, dazu gibt es sehr viele Sport-Camps für Kinder. Es herrscht eine sehr sportlich geprägte Stimmung, die uns motiviert. Mit den vielen Familien und Kindern hier passt der Ort auch sehr gut dazu, dass wir in unserem Team eine Familie sein wollen.
Die vielen Camps sind tatsächlich auffällig in einem Land, dass gerade bei den Olympischen Spielen in den Ballsportarten sehr erfolgreich war. Was kann Deutschland von Serbien lernen?
Serbien war schon immer eine Ballsport-Nation. Ich denke, man kann diese Tradition deutlich spüren. Es müsste mehr Camps für Kinder und Jugendliche in Deutschland geben. Hier gibt es den ganzen Sommer über sehr viele davon. Dabei ist der Antrieb nicht zuerst kommerziell, vielmehr will man die Kinder sportlich verbessern. Außerdem glaube ich, dass die Trainingsbedingungen hier trotz weniger finanziellen Möglichkeiten in der Breite besser sind als in Deutschland. Möglicherweise liegt es daran, dass Basketball hier sehr stark Teil der Kultur ist.
Was schwebt dir denn als Verbesserung vor?
Ich denke, dass zum Beispiel die „kinder+Sport