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Srdjan Klaric: Das Team hat die Unterstützung der Fans unbedingt verdient

11.02.2016

Mit dem Einzug ins Eurocup-Achtelfinale haben die EWE Baskets den größten internationalen Erfolg der Clubgeschichte erreicht. Gleichzeitig stehen die Oldenburger mit 14 Siegen nach 20 Spieltagen auf dem vierten Platz der Beko BBL. Von der positiven Entwicklung ist selbst der erfahrene Sportmanager Srdjan Klaric überrascht, wie er im Interview zugibt.

Eurocup-Achtelfinale, Playoff-Playtz vier in der Beko BBL. Zudem wurden mit der Vertragsverlängerung von Headcoach Mladen Drijencic und Kapitän Rickey Paulding frühzeitig wichtige Personalentscheidungen für die nahe Zukunft getroffen. Der Sportmanager kann mit der Entwicklung seiner Mannschaft doch sehr zufrieden sein.

Klaric: Natürlich, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich damit nicht gerechnet. Es ist für mich eine große Überraschung, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt schon so weit sind. Interessant ist hier der Blick auf die Saisonstatistik in der Bundesliga: Obwohl wir eigentlich viele gute Distanzschützen im Team haben, ist unsere Dreierquote mit 36 Prozent noch ausbaufähig. Dafür liegen wir im Zweier-Bereich mit 55 Prozent sowie bei den Defensiv-Rebounds jeweils auf dem dritten Rang. Trotz des Umstandes, dass die meiste Zeit ohne klassischen Point Guard gespielt haben, können sich auch die 20 Assists pro Spiel mehr als sehen lassen. Und mit nur 12,5 Ballverlusten pro Spiel rangieren wir direkt hinter Tabellenführer Bamberg. Das ist schon eine große Überraschung.

Noch überraschender ist der Erfolg im Eurocup, wo die EWE Baskets in einer anspruchsvollen Zwischenrunde als Gruppenerster ins Achtelfinale eingezogen sind und nun auf SIG Straßburg treffen.

Klaric: Ja, das ist nicht selbstverständlich. Wir mussten uns am Anfang hinein finden und einen Rhythmus finden zwischen der Belastung in der BBL und im Eurocup. Dank der optimalen Vor- und Nachbereitung der Spiele durch Assistent Coach Mauro Parra sowie der Spieler durch unseren  Physio Vadim Schütz und Athletik-Trainer Mico Ilic ist es uns gelungen, das Team auf ein kaum geahntes Level zu bringen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wir sind vorzeitig als Gruppenerster vor Euroleague-Teilnehmer Limoges, dem spanischen Liga-Spitzenreiter Valencia und dem griechischen Traditionsclub PAOK Saloniki in die Runde der besten 16 Eurocup-Mannschaften eingezogen. Französische und spanische Zeitungen schreiben inzwischen mit Bewunderung über die EWE Baskets. Diese Wertschätzung würde ich mir hierzulande auch wünschen.

Immerhin steigen die Zuschauerzahlen im Eurocup von Spiel zu Spiel. Im Achtelfinale werden wir unseren Gegner Straßburg zum Rückspiel sicher in der ausverkauften kleinen EWE Arena empfangen.

Klaric: Die Mannschaft hat die Unterstützung durch die Zuschauer unbedingt verdient. Bei der Zusammenstellung des neuen Kaders im vergangenen Sommer war Geschäftsführer Hermann Schüller, Headcoach Mladen Drijencic und mir als Sportmanager klar, dass wir nur mit Leidenschaft, Einsatz und Kampfgeist die Herzen der Fans erobern können. Deshalb haben wir gezielt Spieler angesprochen, die diese Werte bereits gezeigt haben, und sich zudem absolut in den Dienst des Teams stellen. Und hier kann ich sagen: Wir sind von keinem unserer Spieler enttäuscht worden.

Der aktuelle Kader vermittelt Geschlossenheit und Zusammenhalt nach außen. Was macht die EWE Baskets so besonders?

Klaric: Zum einen haben wir in Mladen Drijencic einen Trainer, der alle von uns geforderten Werte bedingungslos vermittelt und vorlebt. Er spricht sehr viel mit jedem einzelnen Spieler, gibt ihnen das Gefühl der Wertschätzung und weist ihnen Rollen auf dem Platz und im Mannschaftsgefüge zu. Das Vertrauen zahlen die Spieler zurück, egal ob sie in der „Starting Five“ stehen, von der Bank kommen oder mal aussetzen müssen.

Kannst Du Beispiele nennen?

Klaric: Scott Machado hat vor seinem Wechsel nach Oldenburg in zwei europäischen Top-Ligen gespielt, war bei BC Kalev im März 2014 „Spieler des Monats“ der osteuropäischen VTB United League. Leider hat Scott in der Vorbereitung das gesamte Verletzungspech auf sich gezogen. Das war für ihn natürlich ein Riesenschlag und eine große Enttäuschung. Trotzdem hat er unser Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit gespürt und hart und konfliktfrei für sein Comeback gearbeitet. Hier zeigte sich sein Charakter. Wenn wir öffentlich sagen, er ist noch nicht so weit, ist dies immer im Zusammenhang mit der Entwicklung des Teams seither zu sehen. Seine Mitspieler arbeiten im Training genauso hart am Erfolg, sind aber im Vorteil, weil sie seit Saisonbeginn viel mehr Spiele absolviert haben. Wir sind überzeugt, dass Scott menschlich wie sportlich eine Bereicherung für uns ist und lassen ihn das spüren.

Wie war es bei Klemen Prepelic?

Klaric: Ich hatte Klemen über zwei Jahre beobachtet. Die langwierige Verletzung von Scott hat mich darin bestärkt, eine Lösung zu finden, die für Klemen und unsere Mannschaft beiderseits fruchtbar ist. In langen, intensiven Gesprächen konnte ich ihn überzeugen, bei den EWE Baskets den nächsten Karriereschritt zu gehen. Es war eine sehr gute Wahl.

In der vergangenen Woche habt ihr den Vertrag mit Rickey Paulding vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. Was bedeutet der Kapitän für die EWE Baskets?

Klaric: Es ist ja fast alles gesagt worden. Ich kenne ihn schon so lange. Wir sind 2009 gemeinsam unter Predrag Krunic deutscher Meister geworden. Rickey lässt seine Kraft wirken. Das bedeutet, er interessiert sich für jeden seiner Mitspieler, er kümmert sich um viele Dinge abseits der Platzes. Mit seinem hohen IQ und seiner Charakterstärke ist er der ideale Anführer, Konfliktlöser und Motivator.

Du hast die Meister-Saison erwähnt. Seit rund einem Dreivierteljahr bis du wieder offiziell für die EWE Baskets tätig. Wir erlebst du deinen Club im Vergleich zum Jahr 2009?

Klaric: Es ist kaum zu vergleichen. Die Ernsthaftigkeit, alles für den Erfolg zu tun, und das Vertrauen in Mannschaft und Trainer, um bestmögliche Bedingungen zu schaffen, sind tägliche Motivation und Antrieb für uns, noch härter zu arbeiten.

Zudem hat sich die Nachwuchsförderung bei den EWE Baskets drastisch verändert. In der Baskets Akademie Weser-Ems wurde ein vielfach ausgezeichnetes Nachwuchsprogramm entwickelt, dass bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt.

Klaric: Hier ist in den vergangenen Jahren ein leistungsstarker Unterbau geschaffen worden. Alle Trainer arbeiten mit einer hohen Intensität und Qualität. Die dauerhaften Erfolge unserer Teams in ProB, NBBL und JBBL bestätigen dies. Die Nachwuchstrainer sind untereinander eng verzahnt und sprechen regelmäßig über den Leistungsstand der einzelnen Spieler. Künftig werden Talente noch früher in der ProB eingesetzt, um sich an den oberen Leistungsbereich zu gewöhnen. Wir wollen eine Einheit bilden und gemeinsam die starke Marke nach außen tragen.

Das Interview führte Oliver Schulz/EWE Baskets Oldenburg.
Bild: Ulf Duda/fotoduda.de