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Meilenstein: Vier Positionen für 500 Spiele

10.03.2021

 Bild: Ulf Duda

Dirk Nowitzki veränderte gerade die Definition des Power Forward und stand kurz vor der ersten Saison, in der er seine Dallas Mavericks  in die Finals führen sollte, in der BBL waren Akteure wie Matej Mamic, die auf den großen Positionen einige Dreier pro Partie nahmen und hochprozentig verwandelten, Ausnahmen, als das neueste Mitglied des 500er Clubs der BBL zum ersten Mal das Parkett betrat. Mit gerade einmal 16 Jahren absolvierte Philipp Schwethelm 2005 seine Premiere und hätte wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt nie erwartet, dass sein 500. Einsatz als Power Forward erfolgen würde.

Es ist die Fähigkeit und Bereitschaft zur Anpassung zur harten Arbeit an Veränderungen, zur Entwicklung neuer Qualitäten und zur Verfeinerung der eigenen Stärken, die eine lange Karriere in der BBL und im Profisport ermöglichen und auf dem Weg in den ausgewählten Kreis von BBL-Legenden wie Alex King, Immanuel McElroy und Rickey Paulding, die ebenfalls die Marke von 500 Partien überschritten haben, führte.

Mit seinen 2,01 Metern galt Schwethelm zunächst als Shooting Guard, wurde aber gerade in seinen Kölner Zeiten von dem damaligen Headcoach Sasa Obradovic auch immer wieder als Spielmacher eingesetzt. Eine Idee, die auch Nationaltrainer Dirk Bauermann zur EM 2011 noch einmal aufgriff und Schwethelm als Teilzeit-Alternativlösung für das Spielmacherproblem in Erwägung zog, nachdem sich dieser in Bremerhaven in Richtung eines Allrounders und Leistungsträgers entwickelt hatte, zehn Punkte, vier Rebounds und zwei Assists im Schnitt auflegte.

Der Moment, der von dieser Europameisterschaft in Erinnerung blieb, gab allerdings bereits einen Ausblick auf eine Spezialisierung, die in den kommenden Jahren erfolgen sollte. Vier Mal wurde Schwethelm der Ball von seinen Mitspielern in den letzten Minuten gegen die Türkei serviert, vier Mal netzte der Scharfschütze eiskalt aus der Distanz, führte sein Team zum Sieg und den Kommentator zum bekannten Ausruf ratatatata.

Es folgten insgesamt fünf Nominierungen zum Allstar, erfolgreiche Spielzeiten in Ulm, aber auch die stärkere Fokussierung auf den Dreier von der Position des Small Forward aus. Hatte Schwethelm in seiner letzten Saison in Bremerhaven noch nur 56 Prozent seiner Würfe aus der Distanz genommen, ist dieser Wert im Verlauf von zehn Jahren bis in die aktuelle Saison auf fast 90 Prozent gestiegen. Sieben Jahre in Serie verwandelte Schwethelm dabei seit 2013 über 40 Prozent der Versuche aus der Distanz.

Und doch stand Schwethelm nach der Saison 2014/2015 in einer sich immer weiter zu Athletik und kleineren Small Forwards entwickelnden BBL vor der Entscheidung, eine weitere Verwandlungsprozess einzugehen. Die EWE Baskets kündigten ihn damals als flexibel einsetzbaren Spieler an und doch war in den Gesprächen zwischen Schwethelm und Headcoach Mladen Drijencic längst die Entscheidung gefallen, ihn zukünftig als kleine Stretch Four auf das Parkett zu schicken.

Schwethelm musste im Wandel der Zeit erneut eine neue Position erlernen und annehmen, um in der BBL konkurrenzfähig zu bleiben. Die physische Arbeit unter dem Korb, das Ausboxen gegen größere Spieler im Rebounding, Blöcke stellen, eine Umstellung, die mit Skepsis begleitet wurde und einige Monate Zeit benötigte.  Es war eine Partie gegen den Mitteldeutschen MBC, in der Schwethelm mit zwei Dreiern im letzten Viertel die Wende brachten, zehn Punkte, vier Rebounds und ein überragendes +/- von +27 auflegte, die den Weg erstmals bestätigte. Fast sechs Jahre später ist die kleine Stretch-Four in der BBL bei vielen Teams etabliert.

Schwethelm wiederum zählte in Oldenburg als Konstante zu den erfolgreichen Teams, die neue Club-Rekorde aufstellten, ins Finale der BBL und des Pokals einzogen und hat große Spuren in der Club-Historie hinterlassen. Der Power Forward ist mittlerweile der deutsche Spieler mit den meisten Punkten und Partien für die EWE Baskets.

Mit null verwandelten Dreiern bei vier Versuchen verlief die 500. Partie am Dienstagabend ungewöhnlich und zeigte doch, warum Schwethelm zu einer Identifikationsfigur in Oldenburg geworden ist. Schwethelm sprang für den foulbelasteten Boothe in die Bresche, kämpfte gegen Sikma und Giffey unter dem Korb, sorgte mit seiner Präsenz für Platz für die Mitspieler und setzte den Teamerfolg an die erste Stelle!