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Spielbericht

NINERS Chemnitz - EWE Baskets Oldenburg 89:91

Crunchtime-Krimi in Chemnitz: EWE Baskets fighten sich zum 17. Saisonsieg

15.04.2023

 Norris Agbakoko beim Freiwurf in der Chemnitz Arena (Foto: Jan Stimpel)

Boxscore

NR Spieler ESZ PKT 2PM 2PA 3PM 3PA FTM FTA DR OR AS ST TO BS PF

Zittern bis zur Schlusssirene – dann war der Sieg nach zuletzt vier Niederlagen in Folge unter Dach und Fach. Mit 91:89 haben die EWE Baskets Oldenburg am Samstagabend bei den NINERS Chemnitz gewonnen. Der 17. Saisonsieg am 28. Spieltag der easyCredit BBL war hart erkämpft und könnte sich noch als teuer erkauft herausstellen, denn Oldenburgs Alen Pjanic stürzte in der Schlussphase einer turbulenten Partie schwer und hat eine Verletzung erlitten.

 

Diese Erste Fünf schickte Oldenburgs Head Coach Pedro Calles auf das Parkett in der Chemnitz Arena: DeWayne Russell, Trey Drechsel, Alen Pjanic, Tanner Leissner und Owen Klassen. Die Anfangsminuten gehörten den Sachsen, die physisch in der Defensive auftraten und denen anzumerken war, dass sie den Anschluss an die Playoff-Plätze nicht verlieren wollten. Nach gut fünf Minuten Spielzeit führte Chemnitz mit 13:9 und Oldenburg musste sich zunächst zurechtrücken, um in die Partie zu finden. Insbesondere im Angriff fehlte den EWE Baskets bis dahin noch das Feintuning. Gegen die aggressive Ganzfeldpresse hatten die Donnervögel im Ballvortrag Probleme und lagen nach dem 1. Viertel mit 19:26 hinten.

 

Der zweite Spielabschnitt entwickelte sich zunächst zu einem Low-Scoring-Viertel. Nach gut fünf Minuten im 2. Viertel trafen die EWE Baskets für 14 Punkte, während die NINERS nur 9 Punkte zustande brachten. Und vier Minuten vor der Pause waren die Oldenburger plötzlich auf 36:38 dran. Allerdings geriet das Calles-Team in dieser Phase bereits früh in Foulprobleme. Viele Pfiffe, mit denen die Oldenburger haderten. Leissner und Holyfield hatten noch vor der Halbzeit bereits jeweils drei Fouls auf dem Konto. Allerdings weckte das umso mehr den Kampfgeist. Das 2. Viertel entschieden die Gäste mit 28:24 für sich, Chemnitz durfte aber mit einer knappen 50:47 in die Halbzeitpause gehen.

 

Es dauerte dann weitere drei Minuten, bis die EWE Baskets zu Beginn des 3. Viertels mit 54:53 die Führung zum zweiten Mal in diesem Spiel dank eines Klassen-Korblegers übernahmen. Und einer, der in der ersten Halbzeit keinen Punkt erzielt hatte, langte nun besonders kräftig hin: Trey Drechsel erzielte innerhalb von viereinhalb Minuten 8 Punkte und hielt die Oldenburger im Spiel.

 

Es war eine umkämpfte Begegnung. Beide Mannschaften zeigten, dass sie den Sieg unbedingt wollten. Die 3.704 Zuschauer in der Chemnitz Arena kamen in den Genuss von Basketball mit viel Willen und Herz – zugegebenermaßen nicht immer zur Freude der jeweiligen Coaching Staffs, denn fehleranfällig ging es auf beiden Seiten zu. Zwischenstand nach 30 Minuten: 70:70.

 

Ein Schockmoment kurz nach Beginn des 4. Viertels: Beim Versuch, Chemnitz‘ Aher Uguak bei dessen Fastbreak Dunk am Brett zu blocken, schlug Alen Pjanic so unglücklich aufs Parkett, dass er mit angewinkeltem Arm und schmerzverzehrtem Gesicht aus dem Spiel genommen werden musste. Eine Diagnose über die Schwere der Verletzung beim Oldenburger Forward liegt bislang nicht vor.

 

Derweil blieb unglückliches Foul-Management bei einigen Oldenburgern, wie schon im Göttingen-Spiel, ein ständiger Begleiter. So hatte Center Owen Klassen in nur neun Spielminuten vier Fouls auf dem Anschreibezettel stehen. Coach Calles konnte den Kanadier somit erst in der Crunchtime wieder ins Getümmel werfen, wo dieser nach dem Ausfall von Pjanic dringend benötigt wurde. Klassen flirtete sogar mit einem Double Double. Mit weniger Fouls bis dahin wären für Klassen vermutlich mehr als 10 Punkte und 7 Rebounds drin gewesen.

 

Was folgte, war nichts für schwache Nerven. Hatten die EWE Baskets über weite Strecken hinweg ein Zitterhändchen, so wurden sie – je näher es ans Ende des Spiels ging – in ihren Aktionen überlegter und souveräner und übernahmen in den Schlussminuten die Regie. Dagegen verloren die Chemnitzer die Kontrolle über das Spiel. Oldenburg nutzte die Fehler der Gastgeber nun konsequent aus – angeführt von einem erneut grandios aufspielenden Russell (27 Punkte, 10 Assists), der aber wie alle Oldenburger einen größeren Anlauf benötigt hatte, um in Chemnitz diesen wichtigen Sieg im Kampf um den 4. Tabellenplatz und das damit verbundene Heimrecht in der ersten Playoff-Runde zu holen.

 

Am Dienstag steht bereits die nächste Aufgabe an, wenn die EWE Baskets am 29. Spieltag bei den Würzburg Baskets zu Gast sein werden.

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Tabelle

PL TEAM PKT
2ALBA BERLIN62:6
3FC Bayern München50:18
4EWE Baskets Oldenburg44:24
5MHP RIESEN Ludwigsburg38:30
6BG Göttingen38:30
7ratiopharm ulm36:32

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Stimmen zum Spiel

Pedro Calles, Head Coach EWE Baskets: „Glückwunsch an meine Spieler für diesen starken Auftritt. Nach dem Ausfall von Alen Pjanic haben wir die Nerven behalten. Wir haben ein schweres Spiel für uns erwartet und so kam es dann auch. Chemnitz ist ein gutes Team und gut geführt von Rodrigo Pastore. Zudem ist es hier in die Atmosphäre für Auswärts-Teams immer schwer zu bestehen. In der Crunchtime sind wir konzentriert geblieben. Ein Sieg wäre für beide Clubs drin gewesen. Es war sehr eng.“

 

Rodrigo Pastore, Head Coach NINERS Chemnitz: „Gratulation an Pedro für ein starkes Spiel seiner Mannschaft. Unsere Gedanken sind dabei auch bei Alen Pjanic, dem wir eine schnelle Genesung wünschen. Mir hat gefallen, wie wir begonnen haben. Wir haben den Ball gut bewegt. Oldenburg hatte aber zu viele zweite Chancen bekommen. Zwar haben wir nur vier Offensive Rebounds in der zweiten Halbzeit zugelassen – die aber waren enorm wichtig für Oldenburg. Sie haben schwere Würfe getroffen. Das ist das, was Russell eben kann. Er hat das schon oft bewiesen. Wir hatten am Ende Pech im Abschluss und es gab ein paar Fehler in der Crunchtime. Daran müssen wir arbeiten. Aber wir sind von Teams wie Oldenburg und Berlin nicht weit entfernt.“