Spielplan
Fanshop
Tabelle
Kader

Spielbericht

EWE Baskets Oldenburg - Telekom Baskets Bonn 76:87

Dezimierte EWE Baskets für aufopferungsvollen Kampf nicht belohnt

08.04.2023

 Bild: Ulf Duda

Die EWE Baskets Oldenburg konnten sich für einen großartigen Kampf und viel Energie im Spitzenspiel gegen den Tabellenführer Telekom Baskets Bonn nicht belohnen. Bei der 76:87-Niederlage vor 6.040 Zuschauern in der ausverkauften Großen EWE Arena musste die Mannschaft von Pedro Calles mit MVP-Kandidat DeWayne Russell und Tanner Leissner auf zwei wichtige Leistungsträger verzichten, hatte trotzdem bis in die letzten Minuten die Siegchance. Bereits am Dienstag (19 Uhr) sind die Oldenburger bei der BG Göttingen gefordert.

Nach der großartigen Nachricht der Vertragsverlängerung von DeWayne Russell bis 2025 mussten die EWE Baskets am Samstag eine Hiobsbotschaft verkraften: Der Oldenburger MVP-Kandidat, der am vergangenen Wochenende im Spiel gegen Heidelberg umgeknickt war, konnte nicht eingreifen und war damit neben Tanner Leissner der zweite entscheidende Leistungsträger, der nicht mitwirken konnte. Dennoch durfte sich der Spielmacher kurz vor Spielbeginn über stehende Ovationen der Fans freuen, als er auf dem Parkett geehrt wurde.

Trotz der Schwächung agierten die Gastgeber über mehr als 30 Minuten auf Augenhöhe mit den nun seit zwölf Spielen ungeschlagenen Bonnern, die sich erst in den letzten Minuten absetzen konnten. Oldenburg agierte mit viel Einsatz, entschied das Reboundduell mit 34:31 für sich. Den fehlenden Russell konnten die Gastgeber in der Struktur der Offensive nicht vollwertig ersetzen, erlaubten sich 17 Ballverluste. Zusammen mit der starken Dreierquote der Gäste, die 41 Prozent der Distanzwürfe trafen und 13 Dreier verwandelten, wurden diese Fehler zu den entscheidenden Faktoren.

Trey Drechsel zeigte eine starke Partie, kam auf 22 Punkte und sechs Rebounds. TJ Holyfield traf jeden seiner Feldwürfe und stand am Ende bei 13 Punkten und vier Rebounds. Dazu punktete auch MaCio Teague (10) zweistellig. Kenny Ogbe feierte mit neun Punkten und sechs Rebounds ein gutes Comeback.

Wie angesichts der personellen Lage zu erwarten, begann die Begegnung mit einem Übergewicht der Gäste, die ihre Angriffe clever ausspielten und nach Dreiern durch Hawkins und Tadda 6:0 führten. Oldenburg fehlten ohne Russell die gewohnten Abläufe, die Gastgeber erlaubten sich im ersten Viertel sechs Ballverluste und mussten sich ihre Punkte zunächst nahezu ausschließlich an der Freiwurflinie verdienen. Nach einem Dreier von Williams war der Rückstand zweistellig (5:15), weil die EWE Baskets aber defensiv um jeden Ball kämpften, blieb das Team von Pedro Calles im Spiel. Kenny Ogbe sorgte nach starkem Pass von Klassen für die ersten Punkte aus dem Feld, Pjanic legte aus der Distanz nach (12:17) und Oldenburg war nach zehn Minuten dran (14:20).

Die Gastgeber kamen auch offensiv besser ins Spiel: Auf vier Punkte von Holyfield  folgte per Dreier der Ausgleich von Drechsel. Längst war auch die Große EWE Arena ein Tollhaus und sorgte für den nötigen zusätzlichen Schub Energie in der Defensive.  Bonn hatte mit Dreiern von Herrera und Williams die Antwort. Als dann aber zunächst Gravett Klassen aus dem Pick&Roll bediente und die Oldenburger im Anschluss mit viel Druck den Ballgewinn erzwangen, sorgte Teague an der Freiwurflinie für die Führung. Drechsel, der beim Dreier von Tadda gefoult wurde, markierte das 39:35 nach 20 Minuten.

Zu Beginn den dritten Viertels übernahm dann TJ Shorts, der bis zur Halbzeit bei null Punkten stand, dann aber die ersten neun Bonner Punkte erzielte und für das 41:44 aus Oldenburger Sicht sorgte. Die EWE Baskets aber blieben stabil, hielten per Dreier von Teague und Dunk von Agbakoko dagegen. Auf beiden Seiten wurde die Begegnung hektischer und emotionaler, vor allem Trey Drechsel aber hielt sein Team in Schlagdistanz und die EWE Baskets waren nach 30 Minuten dran (55:56).

Auch der letzte Abschnitt begann ausgeglichen. Oldenburg fand Möglichkeiten zu scoren, Drechsel traf aus der Distanz, Holyfield verwandelt nach einem Offensivrebound trotz eines Fouls zum 65:66. Bonn übernahm die Kontrolle, als ein Blockversuch von Holyfield als unsportliches Foul gepfiffen wurde. Die EWE Baskets schienen kurz die Konzentration zu verlieren, Bonn nutzte dies aus der Mitteldistanz durch Hawkins und per Dreier von Herrera (67:74). Jetzt war die Kontrolle im Spiel der Gastgeber verloren, Bonn zeigte sich eiskalt, setzte sich bis auf 15 Punkte ab (68:83) und verdiente sich den Sieg.



Tabelle

PL TEAM PKT
2ALBA BERLIN62:6
3FC Bayern München Basketball50:18
4EWE Baskets Oldenburg44:24
5MHP RIESEN Ludwigsburg38:30
6BG Göttingen38:30
7ratiopharm ulm36:32

Nächstes Spiel


Stimmen zum Spiel

Pedro Calles (Head Coach EWE Baskets Oldenburg): „Über weite Strecken haben wir ein gutes Spiel gezeigt. In der Offensive hatten wir erst Probleme, was aber auch zu erwarten war. Denn viele Spieler waren in ungewohnten Rollen unterwegs. Wir haben nicht nur unseren Spielgestalter und besten Scorer in DeWayne Russell vermisst, sondern auch Tanner Leissner, unseren besten Rebounder und zweitbesten Scorer. Unter diesen Umständen haben wir dennoch anständig gespielt. Im letzten Viertel wurden wir zu Fehlern gezwungen, die ich natürlich nicht mag, die ich aber aufgrund der Ausgangslage akzeptieren kann. Als Team haben wir gut gekämpft mit der Unterstützung unserer wieder einmal großartigen Fans. Wenn wir unsere angeschlagenen Spieler wieder dabei haben, werden wir auch besser performen.“

Tuomas Iisalo (Head Coach Telekom Baskets Bonn): „Die Niederlage zuletzt in der Basketball Champions League war eine der größten Enttäuschungen in meiner Trainerkarriere. Die letzten beiden Tage haben wir damit verbracht, alle wieder aufzurichten. Das ist uns sehr gut gelungen. Wir haben heute stark begonnen. Für uns war es eine große Überraschung, dass DeWayne Russell nicht spielen konnte. Dennoch hat Oldenburg einen guten Weg gefunden, sich ins Spiel zurück zu kämpfen, indem sie sich richtig reingehängt haben und das getan haben, was Pedros Teams immer tun: Dem Gegner das Leben richtig schwer machen. Sie haben uns wirklich Probleme bereitet und uns in den Action-Modus gezwungen. Am Ende ein sehr wertvoller Sieg für uns, aus dem wir viel mitnehmen können.“