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Schlagzeilen der EWE Baskets

"Die Basis sind Wille, Fokus, Leidenschaft und Kampf"

27.12.2014

Wir sprachen am Anfang der Woche mit ihm über die Situation und geben einen kleinen Einblick in seine Gedanken.

Mladen, was ging dir durch den Kopf, als dir der Posten als Headcoach der EWE Baskets angeboten wurde?

Mladen Drijencic: Ich war im ersten Moment völlig überrascht. Die Überraschung war allerdings positiv, ich war überwältigt von dem Vertrauen, das mir von Hermann Schüller und den EWE Baskets geschenkt wurde. Die Verantwortlichen glauben an meine Fähigkeiten, das ist ein gutes Gefühl. Ich freue mich auf die Herausforderung.

Die ersten Tage als Headcoach werden jetzt sicher stressig sein, kannst du einen kleinen Einblick geben, was du in den ersten Tagen unternimmst?

Drijencic: Ich habe in der Nacht schon ziemlich lange wach gelegen und nachgedacht was ich jetzt machen muss, um unser Team zu verbessern. Wie fange ich an, an welchen Schrauben muss ich drehen? Meine Spieler haben in diesem Jahr mit einem Trainer gearbeitet, mit dem sie Vizemeister geworden sind, sie werden also nicht verlernt haben Basketball zu spielen. Der erste Schritt ist für mich bei der Mannschaft Blockaden zu lösen, wieder die Freude am Spiel zu wecken. Wenn uns das gelingt, sind spielerische und taktische Dinge leichter zu lösen.

Mit ganz wenigen Ausnahmen arbeite ich mit erfahrenen Profis, die schon viel erlebt haben und die meisten Situationen kennen. Trotzdem werden die letzten Tage und Wochen für meine Spieler auch Stress bedeutet haben. Wir müssen einen Anfang machen, die Köpfe und Sinne der Mannschaft für die neuen Möglichkeiten öffnen. Die Aufmerksamkeit und Konzentration geht dann nach oben. Es gilt gleichzeitig auch zwischenmenschlich Zugang zu den Spielern zu finden und diesen Prozess der Öffnung und des gesteigerten Willens zu unterstützen. Wenn das gelingt, können wir uns auch spielerisch entwickeln.

Auf jeden Fall sind wir offen aufeinander zugegangen und lassen uns auf die neue Situation ein. Es gibt hier nicht die Unterscheidung zwischen mir und dem Team. Wir gehören zusammen, sind ein Team, dieses Gemeinschaftsgefühl gilt es zu stärken.

Was kannst du in den wenigen Tagen bis zum ersten Spiel überhaupt ändern?

Drijencic: Das ist aus meiner Sicht ein Balanceakt, ich muss das Fingerspitzengefühl haben zu spüren, was meine Mannschaft in diesen Tagen braucht und auch verarbeiten kann. Wenn das Training weiterhin in der Stimmung und vor allem der Intensität abläuft, wie es in den ersten Tagen war, hat die Mannschaft sich auf den Weg gemacht und wir können die nächsten Schritte angehen. Wir müssen einen Schritt nach dem anderen in der Entwicklung nehmen. Die Basis sind aber Wille, Fokus, Leidenschaft und Kampf.

Als Assistant Coaches hast du Ralph Held und Maxim Hoffmann gewählt. Kannst du was zu den Beweggründen sagen?

Drijencic: Ralph brauche ich, weil jemand in meinem Trainerstab sein muss, der das Innenleben der Mannschaft kennt. Er kennt die Abläufe und Gewohnheiten unseres Teams. Außerdem ist Ralph einer der besten in Deutschland im Bereich Scouting und Videoscouting. Wir haben die Baskets Akademie fünf Jahre gemeinsam entwickelt und dabei eng und vertrauensvoll  gearbeitet. Ich kann mich auf die Ratschläge von ihm verlassen.

Die Entscheidung für Maxim hatte mehrere Gründe. Auf der einen Seite ist es nach dem Ende der Saison in der JBBL von allen Trainern am ehesten möglich ihn aus der Baskets Akademie zu nehmen. Wichtiger ist aber, dass Maxim neben seinen fachlichen Fähigkeiten ein erstaunlich guter Motivator und ein sehr positiver Mensch ist. Diesen Aspekt wollte ich für unser Trainerteam.

Sonntag wartet dann das erste Heimspiel, 6000 Fans werden in der Arena sein. Wie groß ist die Vorfreude?

Drijencic: Ja, da werden dann so 200 Zuschauer mehr als in der Haarenuferhalle sein. (schmunzelt) Das wird für mich natürlich eine ungewöhnliche Erfahrung sein. Im Endeffekt betrifft das aber die ganzen organisatorischen Abläufe am Spieltag, aber auch die Atmosphäre wird ganz anders sein. Ich denke, dass auch ich unter Beobachtung stehe, aber ich will mich davon nicht zu sehr unter Druck setzen lassen. Meine Aufgabe ist es mich auf den Job zu konzentrieren und für die Mannschaft und den Club da zu sein. Ich will mich nicht verbiegen, sondern mir treu bleiben.

Viele Menschen haben mir gratuliert und gesagt, dass sie Leidenschaft und Kampf sehen wollen. Die Fans sind hungrig auf ein leidenschaftliches Team. Ich habe dann die Gegenfrage gestellt, ob diese Menschen auch in der Arena sein werden. Wir müssen alle zusammenhalten und die Aufgaben gemeinsam angehen.

Gleichzeitig ist es das Derby, ein Spiel mit hoher Bedeutung für die Fans. Was bedeutet es für dich?

Drijencic: Für mich ist es sowieso ein besonderes Spiel, dazu ist es dann auch noch das Lokalderby, das Spiel des Jahres. (lacht) Wenn schon, denn schon, machen wir doch gleich das volle Programm.

Was sind die drei Grundprinzipien in deinem Spiel?

Drijencic: 100 Prozent Energie in allem, was man auf dem Feld macht, volle Konzentration und Fokus über 40 Minuten und Leidenschaft.

Du hast in Bezug auf die Baskets Akademie Weser-Ems ganz häufig von Familie gesprochen. Beschreibt das auch deinen Umgang mit den Spielern und deine Anforderungen an das Innenleben deiner Mannschaft?

Drijencic: Freude am Spiel und ein Wir-Gefühl sind mir sehr wichtig. Ich kann alleine weder ein Spiel gewinnen, noch kann ich alleine ein Spiel verlieren. Wenn wir gewinnen, gewinnen wir zusammen. Sollten wir verlieren, dann verlieren wir auch als Team. Man muss sich der Mannschaft zugehörig fühlen und mit ihr identifizieren. Dann kann ein Spieler sich auch mit seinen Aufgaben identifizieren. In den nächsten Wochen geht es darum an den Verein zu denken und nicht an sich selbst.

Wie siehst du die Ziele für den Rest der Saison?

Drijencic: Zuerst muss man aus dem Loch heraus, wir sind natürlich alle unzufrieden mit der Situation. Daraus kann man sich nur befreien, wenn man Kampf und Leidenschaft investiert. Auf dem Spielfeld muss jeder für den Mitspieler kämpfen. Nur so kommen wir auf das Level, auf dem wir mit unseren Gegnern konkurrenzfähig sind und dann wollen wir natürlich jedes Spiel gewinnen.

Welche Bedeutung haben die Fans für dich?

Drijencic: Ich erhoffe mir, dass wir mit unserem Auftritt und unserem Spielstil am Sonntag das Herz der Fans treffen. Unsere Intensität, unser Herzblut und unsere Leidenschaft müssen die Zuschauer auf unsere Seite ziehen. Wenn das der Fall ist, werden die Fans auch in Phasen auf unserer Seite sein, in denen es spielerisch mal nicht läuft. Wir brauchen die Fans in unserem Rücken, aber dafür müssen wir in Vorleistung gehen.

Was bedeuten dir die Stadt Oldenburg und die EWE Baskets nach fünf Jahren?

Drijencic: Wir fühlen uns als Familie hier sehr wohl. Unser drittes Kind ist in Oldenburg auf die Welt gekommen. Die Menschen in der Stadt sorgen dafür, dass wir glücklich sind. Der Verein bietet mir natürlich optimale Bedingungen. Wir haben hier eine Heimat gefunden und können uns eigentlich keine bessere Situation wünschen.

Das Gespräch führte Christian Ruhe
Bild: fotoduda.de