Ohne Frische im Tank: EWE Baskets verlieren Final-Auftakt deutlich

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Die EWE Baskets Oldenburg haben das erste Spiel der Final-Serie deutlich verloren. Den Oldenburgern war bei der 60:96-Niederlage gegen ein stark aufspielendes Brose Bamberg die kurze Vorbereitungszeit und die fehlende Frische nach der Halbfinal-Serie deutlich anzumerken. Am Mittwoch (20.30 Uhr) geht es nun in der Großen EWE Arena um den Ausgleich im Finale.

Keine drei Tage nach dem Erfolg im fünften Spiel des Halbfinales waren die EWE Baskets Oldenburg noch nicht bereit für das Endspiel der easyCredit BBL. Von Beginn an war den Oldenburgern die fehlende Frische anzumerken, die auch aus einer problematischen Anreise resultierte. Die Mannschaft von Headcoach Mladen Drijencic hatte wegen eines Unwetters nicht wie vorgesehen über München fliegen können, sondern musste in Frankfurt landen. Von dort war ein Weiterflug nach Nürnberg auch nicht möglich. Das Team musste die Reise nach Bamberg mit dem Bus fortsetzen, musste aber am Flughafen mehrere Stunden auf das Gepäck warten. Die Ankunft im Hotel verzögerte sich so auf den späten Abend. Besonders bei der Wurfquote aus der Distanz (12 Prozent) war die Müdigkeit zu spüren, zudem fehlten auch in der Defensive die entscheidenden Schritte. Bamberg traf 76 Prozent aller Würfe aus Nah- und Mitteldistanz und verwandelte auch über 50 Prozent der Distanzwürfe.

Bereits nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass den EWE Baskets ein schwerer Gang bevorstand. Eine Woche Vorbereitung zeigten sich bei den Gastgebern schnell, die den Oldenburgern zunächst jede Offensivoption nahmen. Mehr als sechs Minuten benötigte die Mannschaft von Headcoach Mladen Drijencic bis zu den ersten Punkten, der Rückstand betrug bereits elf Zähler.  Die Gastgeber aber blieben dran, bewegten den Ball hervorragend und setzten mit zwei Distanzwürfen von Maodo Lo nach (4:19). Die Oldenburger hingegen hatten im ersten Viertel nur zwei von 16 Versuchen aus dem Feld getroffen und lagen bereits 6:24 zurück.

In der Folge stabilisierten sich die EWE Baskets dann, setzten über einen Treffer aus der Mitteldistanz plus Foulspiel von Rickey Paulding erste eigene Akzente (13:30), konnten den Rückstand aber nicht verkürzen, da die Gastgeber auch den defensiven Rebound kontrollierten. Mit einem Rückstand von 21 Punkten (22:43) ging es in die Halbzeit.

Während die Oldenburger weiterhin alles gaben, spielten sich bei den Gastgebern immer wieder verschiedene Spieler von der Dreierlinie in einen kleinen Rausch. Drei Distanztreffer von Darius Miller vergrößerten den Rückstand auf 27:54. Mit mehreren Ballgewinnen und einigen guten Abschlüssen von Dennis Kramer konnten die EWE Baskets den Rückstand noch einmal drücken (41:62), gerieten in der Folge aber in Foulprobleme. Frantz Massenat und Rickey Paulding sammelten früh ein viertes Foul ein und nahmen lange Zeit auf der Bank Platz.

Ab Ende des dritten Viertels verschob sich der Fokus von Headcoach Mladen Drijencic dann auch bereits auf das zweite Spiel am Mittwoch. Die Leistungsträger wurden geschont, eine sehr junge Aufstellung absolvierte große Teile des letzten Abschnitts. Lucca Staiger nutzte dies für drei erfolgreiche Abschlüsse aus der Distanz. Am Ende stand so ein deutliches 60:96 auf der Anzeigetafel.

Klar ist aber auch: Die EWE Baskets liegen trotz der klaren Niederlage nur mit 0:1 in der Final-Serie zurück. Mit einem Erfolg am Mittwoch und dem damit verbundenen Ausgleich hätten die Oldenburger weiterhin alle Chancen auf die Meisterschaft.

Stimme zum Spiel:

Mladen Drijencic (Headcoach): "Gratulation an Bamberg zum ersten Sieg und den ersten Sieg in der Finalserie. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, wir haben auch heute alles gegeben. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir erst am Freitag früh um 6.15 Uhr nach Oldenburg zurück gekommen sind. Wir hatten noch nicht einmal 36 Stunden, um uns auf dieses Spiel vorzubereiten. Gegen solch einen Gegner ist eine viel intensivere Vorbereitung nötig. Da kann man auch schon einmal eine Woche brauchen. Uns hat die Frische gefehlt und Bamberg hat uns mit seiner physischen Verteidigung nicht ins Spiel kommen lassen. Wir haben in den Playoffs bisher mehr als 40 Prozent Dreierquote, heute in der ersten Halbzeit nur 8 Prozent. Wir haben gekämpft, jetzt steht es eins zu null für Bamberg.

Bild: Daniel Löb