Ein Spiel für die Ewigkeit: Ganz Pauldingburg steht Kopf!

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Die EWE Baskets Oldenburg haben mit einem unglaublichen Comeback den Ausgleich in der Halbfinal-Serie erzwungen. Nach 27 Punkten Rückstand zur Halbzeit erzwangen die Oldenburger die Verlängerung und kämpften sich zum 107:103-Erfolg.

Keiner der 6.000 Fans in der großen EWE Arena wird diesen Abend jemals vergessen! Als die EWE Baskets zur Halbzeit mit einem Rückstand von 27 Punkten in die Kabine gehen mussten, schien ein Comeback in dieser Partie nahezu ausgeschlossen. Zu stark hatten die Gäste aus Ulm bis zu diesem Zeitpunkt gespielt. Die Oldenburger aber kamen mit einer unglaublichen Intensität auf das Parkett zurück, saugten die Energie von 6.000 beeindruckend unterstützenden Fans auf und kämpften sich in die Partie zurück. Rickey Paulding nahm sein Team als Kapitän auf seine Schultern, erzielte in Halbzeit und Verlängerung 26 Punkte und traf auch den Buzzer zur Overtime. In der Verteidigung spielte Dominic Lockhart zudem eine überragende zweite Halbzeit. In der Verlängerung waren die Gastgeber dann nicht mehr zu stoppen und sicherten sich in begeisternder Manier den Ausgleich in der Serie.

Zu Beginn war beiden Teams anzumerken gewesen, dass dieser Begegnung eine hohe Bedeutung zukam. Beide Mannschaften begannen intensiv in der Verteidigung, aber auch nervös in der Offensive. Auf Oldenburger Seite war es Maxime De Zeeuw, der mit neun Punkten wichtige Impulse lieferte, Raymar Morgan startete ebenfalls mit neun Zählern stark für Ulm. Während die Gäste aber nun besser in Spiel fanden, erzielten die EWE Baskets drei Minuten keinen Korb und lagen schnell zweistellig zurück (13:23).

In der Folge geriet das Spiel vollkommen aus den Fugen. Ein technisches Foul gegen die Oldenburger Bank, ein unsportliches Foul gegen Dennis Kramer und die Emotionen in der großen EWE Arena kochten über. Während die Ulmer aber weiterhin kühlen Kopf behielten und sich phasenweise in einen Rausch spielten, verloren die Gastgeber komplett den Faden. Ein 22:6-Lauf sorgte kurz vor der Halbzeit für den 33:55-Rückstand, die Gäste trafen bis zu diesem Zeitpunkt 75 Prozent aller Würfe aus Nah- und Mitteldistanz und 58 Prozent der Dreier und schienen beim Pausenstand von 60:33 schon uneinholbar vorn.

Schon die ersten Sekunden der zweiten Halbzeit zeigten aber, dass die Fans nun ein komplett anderes Spiel sehen würden. Die Oldenburger ließen den Ulmern keinen Zentimeter Raum, brachten eine Leidenschaft auf das Parkett, die schnell Hoffnung in der großen EWE Arena entfachte. In der Offensive brillierten nur vor allem Brian Qvale und Rickey Paulding. Spätestens als Paulding per krachendem Dunking zum 53:62 traf, war der Glaube an das sensationelle Comeback greifbar. Binnen fünf Minuten hatten die EWE Baskets den Rückstand mit einem 20:2-Lauf auf sieben Zähler reduziert.

In der Folge fingen sich die Ulmer wieder, bauten den Vorsprung wieder auf 15 Zähler aus, die Oldenburger aber gaben an diesem Abend zu keinem Zeitpunkt auf. Mit vollem Einsatz stemmten sich die Gastgeber gegen das 0:2 in der Serie und hatten in Dominic Lockhart den X-Faktor im eigenen Team. Lockhart übte in der Verteidigung hohen Druck auf den Ulmer Aufbau aus, die Gäste mussten sich jeden Zähler erkämpfen. Der Vorsprung aber blieb auch fünf Minuten vor dem Ende im zweistelligen Bereich.

Noch einmal erhöhten die Oldenburger aber den Druck, erlaubten über vier Minuten keine Zähler und reduzierten den Rückstand immer weiter. Als Chris Kramer 21 Sekunden vor dem Ende trotz eines Fouls per Korbleger abschloss und für den Ausgleich sorgte (90:90), bebte die große EWE Arena. Per Günther aber verpasste den Gastgebern die kalte Dusche und traf acht Sekunden vor dem Ende aus der Distanz zum 93:90, aber auch jetzt gaben die Oldenburger nicht auf. Chris Kramer verwarf seinen Freiwurf absichtlich, sicherte sich den Rebound und passte den Ball in die Ecke. Dort stieg Rickey Paulding mit ablaufender Uhr unwiderstehlich hoch und versenkte den Dreier. Die EWE Baskets hatten ein verloren geglaubtes Spiel in die Overtime gezwungen.

Nun hatten die Gastgeber das Momentum und ließen sich den Erfolg nicht mehr nehmen. Zunächst traf Rickey Paulding, der überhaupt nicht merh zu stoppen war den Dreier ins Gesicht seines Gegenspielers, verwandelte im Anschluss den Fadeaway aus der Mitteldistanz und sorgte für das 104:97. Mannschaft und Fans hatten gemeinsam ein unglaubliches Comeback erzwungen!

Stimme zum Spiel:

Mladen Drijencic: "Ich kann Deutsch, ich kann Jugoslawisch und ich kann auch ein wenig Englisch. Aber ich finde keine Worte, um zu beschreiben, wie schön das heute ist! Es war so wichtig, zu Hause zu gewinnen, um überhaupt eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. In der ersten Halbzeit ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Ich habe es noch nicht erlebt, dass eine Mannschaft auf diesem Level so zurück gekommen ist. Ich freue mich riesig für einen Rickey Paulding! Man hat heute gesehen, was er für mich, für dieses Team, für diesen Club bedeutet!"