Dezimierte Oldenburger liefern Team der Stunde Kampf auf Augenhöhe

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Den Einzug in die Playoffs der easyCredit BBL müssen die EWE Baskets Oldenburg nun in den letzten beiden Spielen der Hauprunde in Jena und Bonn klar machen.

Bei der 83:90-Auswärtsniederlage beim FC Bayern München am 32. Spieltag hielten die Oldenburger lange Zeit gut mit und dürfen mit viel Selbstvertrauen im Gepäck die Rückreise antreten. Ohne die angeschlagenen Vaughn Duggins und Vladimir Mihailovic musste Head Coach Mladen Drijencic sein Team auf diese schwere Aufgabe gegen einen Gegner, der zuvor 14 Spiele in Folge gewonnen hatte, einstellen.

Dabei bewies Oldenburgs Trainerstab ein glückliches Händchen. Taktisch gut eingestellt erwiesen sich die EWE Baskets am Samstagabend als eine hart zu knackende Nuss für den gastgebenden Favoriten. Daraus entwickelte sich ein Dreier-Wettschießen der Extraklasse, denn beide Teams trafen jeweils fast zwei Drittel ihrer Drei-Punkte-Würfe.

„Das war schwer für uns“, sagte Münchens Bryce Taylor. „Oldenburg hat wirklich gut gespielt.“

Mit ordentlich Zielwasser starteten die Oldenburger denn auch verheißungsvoll in die Partie. In den ersten zehn Minuten landeten sechs von neun Versuchen von jenseits der Drei-Punkte-Linie im Korb der Bayern. Obwohl München sich mit 23:20 das 1. Viertel holte, hatten die EWE Baskets dennoch Oberwasser und stellten den Tabellendritten vor einige Probleme.

Erst spät kamen die Bayern in Tritt und setzen sich nach zwei Minuten im 2. Viertels mit einem 32:23 leicht ab. Doch Oldenburg ließ nicht locker und Philipp Schwethelm sorgte mit drei Dreiern innerhalb von zweieinhalb Minuten dafür, dass die Gäste aus dem Norden Mitte des zweiten Durchgangs auf Tuchfühlung blieben.

Und auch zu diesem Zeitpunkt blieb das Spiel einem gewissen Rhythmus treu: Immer wenn die 5.913 Zuschauer im Audi Dome zu München dachten, jetzt würde sich der FC Bayern absetzen können, legten die EWE Baskets aus der Distanz zielsicher nach.

Den Unterschied machten bis dahin die Ballverluste und Freiwürfe aus. Während Bayern nur fünf Turnover in der ersten Halbzeit produzierte, leisteten sich die Oldenburger zehn. Und im Gegensatz zu den Hausherren (10) durfte die Gäste nur vier Mal an die Freiwurflinie, so dass München mit einer 53:46-Führung in die Halbzeit-Pause gehen durfte.

Die Bayern legten nach Wiederbeginn einen Zwischenspurt hin und lagen 63:48 in Front. Es wirkte nun so, als ob der FCB das Spiel an sich reißen und dominieren könnte - dem war aber nicht so. Brian Qvale und Frantz Massenat streuten jeweils einen Dreier ein und Oldenburg war in der 24 Spielminute wieder auf Schlagdistanz und blieb das auch bis weit hinein ins letzte Viertel, das mit einer gelungenen Aktion von Dominic Lockhart begann. Der Guard zog in die Zone und ließ Münchens Bryce Taylor mit einem Spin Move und anschließendem Korbleger alt aussehen.

Ein Szene mit Symbolcharakter für den Spielverlauf. Lange Zeit gelang es den Oldenburgern, immer wieder die Münchner zu ärgern. Am Ende reichte es nicht zu einer Überraschung gegen die Münchner, die sich in der Schlussphase vor eigenem Publikum dann doch noch durchsetzten.

Für Oldenburg trafen vier Spieler zweistellig: Brian Qvale machte ein Double Double mit 16 Punkten und elf Rebounds. Rickey Paulding kam auf 16 Zähler, Philipp Schwethelm (12 Punkte) verwandelte vier von sieben Dreiern. Bester Schütze war Frantz Massenat mit 17 Punkten (fünf von neun Dreiern). Wenn er auch als Punktesammler heute nicht glänzen konnte, so zeigte Chris Kramer mit 13 Assists dennoch seine Qualität als Antreiber.

Foto: Notbom