Standing Ovations für Duggins - Paulding und Kramer überragend

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Die EWE Baskets Oldenburg haben in einem begeisternden Spiel einen wichtigen Schritt in Richtung Playoffs der BBL gemacht. Vor 6000 Zuschauern in der großen EWE Arena besiegten die Oldenburger ALBA BERLIN ungefährdet mit 93:81.

Viel war in der vergangenen Woche über den nötigen Playoff-Modus  der EWE Baskets gesprochen worden. Am Sonntagnachmittag zeigte die Mannschaft mit Energie, Leidenschaft, aber auch geduldigem Teamspiel genau die Eigenschaften, die von den Oldenburgern nach zuvor vier Niederlagen in Serie verlangt waren. Mit Rickey Paulding und Chris Kramer übernahmen die Führungsspieler in einem homogenen Team Verantwortung. Rickey Paulding war nie zu stoppen, erzielte bei knapp 70 Prozent Trefferquote 27 Punkte. Chris Kramer schrammte mit 14 Punkten, 10 Assists und neun Rebounds nur um einen Abpraller am Triple-Double vorbei.

Von Beginn an zeigten die Oldenburger die nötige Intensität in der Verteidigung, konnten einzig Elmedin Kikanovic zunächst nicht kontrollieren, der an den ersten vier Berliner Körben direkt beteiligt war (4:8). Die folgenden Minuten aber zeigten, dass die Gastgeber dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Zunächst traf Paulding den Korbleger trotz Foulspiels. Dann traf Qvale nach Offensivrebound und fand im nächsten Angriff Paulding Backdoor, der mit einem krachenden Dunking verwandelte. Als Philipp Schwethelm einen Dreier plus Bonusfreiwurf versenkte, führten die EWE Baskets mit 14:10. Kurze Zeit später gab es stehende Ovationen, als Vaughn Duggins erstmals nach seiner langwierigen Verletzung das Parkett betrat. Duggins überzeugte beim Comeback am Ende mit 10 Punkten. Neuzugang Gerald Robinson war es dann, der die Berliner mit fünf Zählern in Serie wieder in Front brachte (20:23).

Das zweite Viertel verlief dann zunächst ausgeglichen, beide Mannschaften verteidigten intensiv, so dass sich zunächst keine Mannschaft absetzen konnte. Dem Team von Headcoach Mladen Drijencic gelang es dann aber, die Defensive noch einmal zu steigern und zunehmend Ballverluste bei den Gästen zu produzieren. In der Offensive bewegten die EWE Baskets den Ball gut, agierten zudem deutlich geduldiger als zuletzt und fanden so immer wieder offene Wurfoptionen. Nach einem Steal von Vaughn Duggins setzten sich die Gastgeber auf 36:29 ab und bauten der Vorsprung weiter aus. Der Buzzer Beater von Chris Kramer, der sich mit aller Energie durchsetzte und zum 49:38 traf, war dann beispielhaft für den Verlauf der ersten Halbzeit.

Im dritten Abschnitt versuchten die Gäste aus Berlin den Oldenburgern den Schneid abzukaufen und mit Akeem Vargas die Intensität zu erhöhen. Ein Schachzug, der nur teilweise Erfolg hatte. Zwar kamen die Berliner besser ins Spiel, die EWE Baskets aber behielten trotz einiger Dreier der Gäste jederzeit die Kontrolle. Zu Beginn des letzten Viertels übernahm dann einmal mehr Kapitän Rickey Paulding für sein Team. Ob beim Zug zum Korb, aus der Distanz oder im Post, Paulding war auch von Akeem Vargas nicht zu verteidigen und erzielte die ersten elf Oldenburger Punkte im Schlussviertel (81:67). Nachdem der Bamberger Headcoach Andrea Trinchieri Paulding kürzlich mit Picasso verglichen hatte, zog Headcoach Mladen Drijencic in der Pressekonferenz Parallelen zu Leonardo da Vinci. In den Schlussminuten rückte dann kurzzeitig noch der direkte Vergleich in den Fokus, den die Gastgeber sich nicht mehr sichern konnten, der Rückstand auf ALBA BERLIN schmolz in der Tabelle aber auf zwei Punkte. Die gemeinsame Feier mit den Fans hatte sich das Team mit einer couragierten und spielerisch überzeugenden Leistung auf jeden Fall verdient.

Bild: Ulf Duda/fotoduda.de