EWE Baskets entreißen Polens Vizemeister sicher geglaubten Sieg

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Es zieht sich wie ein roter Faden durch die noch junge Saison in der Bundesliga und auch in der Basketball Champions League: Wenn die EWE Baskets Oldenburg spielen, ist Spannung und ein knapper Spielausgang garantiert.

Oldenburg holt bei ROSA Radom mit einem 70:66 nach Verlängerung den zweiten Sieg im dritten Spiel in der Gruppe C. Und dabei sahen die EWE Baskets lange Zeit wie der sichere Verlierer aus.

Das erste Viertel begann verheißungsvoll dank Brian Qvale, der zwei Mal wunderschön mit Hook Shots aus dem Low Post abschloss, und dank Chris Kramer, der in für ihn typischer Manier mit zwei spektakulären Abwehraktionen - einem Steal und einem geblockten Wurf - glänzte.

Die Hausherren zeigten sich davon unbeeindruckt und setzten auf schnelle Abschlüsse im Angriffe. Gleichzeitig hatten die EWE Baskets Probleme mit der Treffsicherheit. Das zeigte Wirkung, denn ein wenig unerwartet endete das erste Viertel mit einem deutlichen Rückstand von 10:21 aus Oldenburger Sicht.

Erst Mitte des zweiten Viertels traf Oldenburg durch Philipp Schwethelm seinen ersten Dreier. Einziges Problem weiterhin: Radom traf aus fast allen Lagen, zu diesem Zeitpunkt mit einer Feldwurf-Quote von 57 Prozent und einer Dreier-Quote von 50 Prozent.

Schwethelm war in den ersten beiden Vierteln der einzige Oldenburger, der Normalform erreichte und zu dem Zeitpunkt mit zwölf Punkten der Topscorer der Gäste war.

Der späte Wakeup Call dreieinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels kam vom Kapitän. Rickey Paulding verkürzte auf 38:46. Oldenburg witterte Morgenluft am frühen Abend beim polnischen Vizemeister - aber das nur kurz. Robert Witka per Dreier und Tyrone Brazelton verschafften den Hausherren wieder eine komfortables Polster.

Im letzten Abschnitt waren es dann vor allem Einzelaktionen, die die EWE Baskets am Leben hielten. Allen voran Rickey Paulding, der das Gespür für den richtigen Wurf zum richtigen Zeitpunkt hat. Knapp sieben Minuten vor Ende versenkte Paulding einen Dreier - und plötzlich stand es nur noch 53:48 für Radom.

Jetzt ließen die Oldenburger angeführt von Rickey Paulding und Philipp Schwethelm, der sein Team immer wieder mit Dreiern und als Topscorer mit am Ende 20 Punkten am Leben hielt, nicht mehr locker und das Spiel steigerte sich zu einem kleinen Thriller am Mittwochabend.


Was den Oldenburger vorher nicht gelang, nämlich treffen und gute Defense spielen, funktionierte nun. Und Radom war von der Rolle. Punkt um Punkt kämpften sich die EWE Baskets heran und erzwangen zum Entsetzen der Zuschauer in Radom die Verlängerung.

Dort zeigte sich das Team von Mladen Drijencic von seiner nervenstarke Seite und ließ sich diese kaum noch für möglich gehaltene Chance zum Sieg nicht nehmen. Neben Paulding und Schwethelm ragte zudem Brian Qvale heraus. Der Center, immer noch nach dem Nasenbeinbruch mit Maske gehandicapt, erzielte 20 Punkte, schnappte sich zehn Rebounds und blockte drei Würfe.

Nächste Woche Mittwoch, 9.11., 20 Uhr, empfangen die EWE Baskets das Team von Neptunas Klaipeda am 4. Spieltag der Basketball Champions League.