EWE Baskets verlieren Freitagabend-Krimi - Paulding Fünfter in All-Time Scorer-Liste

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Die EWE Baskets Oldenburg haben am Freitagabend bei den MHP RIESEN Ludwigsburg mit einem 75:79 den zweiten Saisonsieg knapp verpasst und den Beweis angetreten, dass man Basketball auch „arbeiten“ und zumindest in einer Hinsicht Basketball-Geschichte schreiben kann.

Headcoach Mladen Drijencic durfte wieder auf den zuletzt angeschlagenen und in den zwei Partien zuvor schmerzlich vermissten Center Brian Qvale zurückgreifen. Die ersten Punkte der Oldenburger zum 2:2-Zwischenstand markierte dann auch Qvale, doch der Auftakt in dieser vorgezogenen Partie des 15. Spieltags in der easyCredit BBL verlief für die Gäste aus Oldenburg nicht rund.

Das erste Viertel entschieden die Hausherren in der MHPArena mit 23:14 für sich. Lichtblick auf Oldenburger Seite: Maxime De Zeeuw kommt  immer besser zurecht. Die kleinen Vierer der Ludwigsburger hatten Probleme mit De Zeeuws Physis. Der belgische Nationalspieler war mit acht Punkten und sechs Rebounds Oldenburgs Top-Spieler nach den ersten zwanzig Minuten und auch am Spielende mit 14 und sieben in beiden Kategorien bester Spieler seines Teams.

Die EWE Baskets leisteten sich zu viele Ballverluste. Mit sieben Turnover machte das Team von Mladen Drijencic, das schon in den ersten drei Saisonspielen in dieser Statistik-Kategorie dem Headcoach Sorgenfalten auf die Stirn trieb, die Ludwigsburger stark. Dennoch blieben die EWE Baskets mit einem 31:39-Rückstand zur Halbzeit auf Tuchfühlung.

Mitte des dritten Durchgangs leitete dann Brian Qvale so etwas wie eine gefühlte Wende mit zwei sicher verwandelten Freiwürfen zum Zwischenstand von 41:43 aus Oldenburger Sicht ein. Denn nun ließ sich das Drijencic-Team nicht mehr abschütteln.

Wie eine Kampfansage an die Ludwigsburger für das letzte Viertel wirkte ein spektakulärer Treffer von Frantz Massenat tief aus der eigen Hälfte mit der Schlusssirene des dritten Viertels. Zwar zählte der Wurf nicht, weil er Bruchteile von Sekunden zu spät einschlug, doch es ging ein Raunen durch die MHPArena.

Auch in den letzten zehn Minuten bekam Oldenburg sein Turnover-Problem nicht in den Griff. Am Ende waren es 16 Ballverluste. Aber das ist dann auch eine Qualität, in einer dramatischen Schlussphase trotz solch immer wiederkehrender Stolpersteine sich die Siegchance bis in die letzten Sekunden zu erhalten.

"Das Fazit ist einfach: wir haben das Spiel mit zu wenig Energie begonnen", so Mladen Drijencic. "Die Intensität war zu schwach und wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Das hat uns das ganze Spiel über verfolgt. Man hat gesehen, dass die Heimmannschaft deutlich mehr investiert hat. In der 2. Halbzeit haben wir versucht zurück zu kommen, hatten aber zu viele Ballverluste. So war ein Drehen des Spiels nicht mehr möglich. Wir müssen jetzt schnell zu unserem Spiel zurückfinden."

Ein relativ großes Trostpflaster setzte es immerhin für Rickey Paulding, der elf Punkte erzielte und in der ewigen Scorer-Liste der Basketball Bundesliga mit 4.796 Zählern Tyron McCoy (4.792) von Rang fünf verdrängt hat.

Am Sonntag, ab 18 Uhr, empfangen die EWE Baskets die BG Göttingen in der großen EWE Arena.

Text: Roland Schekelinski (EWE Baskets Oldenburg)

Foto: Johannes Roth