Mit Standing Ovations aus den ProB-Playoffs verabschiedet

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Mit Standing Ovations der 500 Zuschauer in der Haarenufer Halle gefeiert mussten sich die Spieler der Baskets Akademie Weser-Ems ungewollt und vorzeitig ins Saisonende begeben.

Die Oldenburger kassierten am Dienstagabend gegen die BG Karlsruhe eine 68:79-Niederlage und verloren so die Achtelfinal-Serie in den ProB-Playoffs mit 1:2.

Der Applaus der eigenen Fans war im Moment der Niederlage ein Trostpflaster ebenso wie die bis dahin hervorragend gespielte Saison mit einem dritten Platz in der Hauptrunde.

„Man muss den Karlsruhe zugestehen, dass sie es heute verdient haben, eine Runde weiterzukommen“, sagte Artur Gacaev, Head Coach der Oldenburger Gastgeber. „Vielleicht waren einige heute schon mit Gedanken im Viertelfinale und sich ihrer Sache zu sicher.“

Sechs Minuten waren bereits gespielt, erst dann brachte Gacaev Jan Niklas Wimberg und Philip Zwiener beim Spielstand von 13:10 ins Spiel. Diesen Luxus konnte sich der Head Coach der Baskets Akademie vor allem im ersten Spiel nicht leisten, als er auf einige Spieler nicht zurückgreifen konnte.

Gacaev gönnte Marcel Keßen und Marko Bacak die erste Verschnaufpause. Vor allem Keßen hatte seine Sache bis dahin gut gemacht. Sicher im Abschluss und entschlossen beim Rebound war es der Center und Robert Drijencic, die mit Dreiern die Karlsruher in Schach hielten. Mit gekonnten Aktionen glänzte die „BAWE“ kurz vor Ende des 1. Viertels und ging mit einer vom Spielverlauf her gefühlt zu niedrigen Führung von 21:18 in den zweiten Durchgang.

In den ersten drei Minuten des 2. Viertels war der Schwung der Oldenburger jedoch dahin. Jetzt waren es die Gäste aus Karlsruhe, die im Angriff entschlossener zu Werke gingen und sich in der 14. Minute eine 32:27-Führung erspielten. Als dann Armin Musovic ein Pass auf Lucien Schmikale misslang und diesem über die fangbereiten Hände ins Seitenaus rauschte, nahm Gacaev eine Auszeit. Doch die Karlsruher Spieler wurden immer sicherer und selbstbewusster, die Hausherren dagegen hatten Schwierigkeiten den Ball zum freien Mann zu bringen.

Erst Drijencic weckte die Zuschauer kurz vor der Halbzeit wieder auf, als er erst per Dreier und dann mit einem sehenswerten Zuspiel Schmikale, mit 18 Punkten Topscorer der Oldenburger, zum Korbleger bediente. Trotzdem: Karlsruhe nahm eine 41:35-Führung mit in die Pause.

Der Erfahrenste im Team nahm dann das Heft in die Hand. Aus der Distanz und per Korbleger zeigte Zwiener Führungsqualität und der Motor der Gäste geriet ins Stottern. Wimberg sorgte mit gleich zwei Wake-Up-Calls für Stimmung: erst ein spektakulärer Block gegen Shawn Tyrell Gulley, dann mit krachendem Dunk zum 43:49-Zwischenstand Mitte des 3. Viertels.

Der Startschuss in einen kampfbetonten Schlussakt: Beide Teams warfen nun alles in die Waagschale. Die letzten Minuten des dritten Durchgangs hatten es in sich - nicht unbedingt schön, aber dennoch mitreißend und intensiv. Insbesondere die Oldenburg kämpften sich emotional zurück in die Partie und hatten trotz 54:60-Rückstand vor dem 4. Viertel so etwas wie ein Mini-Momentum, welches aber schnell verpuffte.

Bei knapp siebeneinhalb Minuten verbliebener Spielzeit musste Gacaev Wimberg vom Feld nehmen. Der Forward kassierte bei einem geblockten Wurf sein viertes Foul. Die Situation war symptomatisch für den Spielverlauf, denn Karlsruhe legte nach und hatte nun beim Zwischenstand von 66:56 den Viertelfinal-Einzug dicht vor Augen, zumal die Oldenburger in dieser Phase das Wurfglück verlassen hatte. Bälle, die auf dem Ring tanzten und doch nicht reingingen, trieben die Zuschauer zur Verzweiflung.

Karlsruhe hielt mit Fortune und einem Schuss mehr Abgeklärtheit die aufopferungsvoll kämpfenden Akademie-Spieler auf Distanz und rettete den Vorsprung über die Zeit - und darf nun gegen Weißenhorn um den Halbfinal-Einzug spielen.

Foto: Ulf Duda / fotoduda.de